Barcamp Hamburg: Privacy vs. Conveniency

Hier ein­fach mal meine Vor­trags­no­ti­zen. Die Folien ver­öf­fent­li­che ich lie­ber nicht, da ich keine Ahnung habe, wem die Rechte an den ver­wen­de­ten Bil­der gehören… :)

Pri­vacy vs. Con­ve­ni­ency — Die Noti­zen

Con­ve­ni­ency

Conveniency-Dienste sind typi­scher­weise auf eine kleine Anfor­de­rung zuge­schnit­ten, erfül­len diese aber mög­lichst kom­plett, dabei ein­fach und schnell zu bedie­nen. Häu­fig sind sie mit AJAX und Web 2.0 ver­ziert, stän­dig in Beta und kos­ten­los. Als Bei­spiele zäh­len iGoogle, der Google Rea­der, öffent­li­che OpenID Ser­ver, Free­mai­ler, öffent­li­che Kar­ten­werke, etc.

Pri­vacy

Der Wunsch, daß nie­mand seine Sachen durch­wühlt, oder gar auf seine Kos­ten dar­aus Gewinn schlägt wird hier Pri­vacy genannt. „Ich bin ein bra­ver Bür­ger, ich habe ja nichts zu ver­ber­gen.“ (Wolf­gang Schäu­ble) sieht das anders, „Mir ver­ur­sacht die letzte Google-Aktion rich­tig kör­per­li­ches
Unwohl­sein.“ (Su-Shee) liegt genau auf die­ser Linie.

Conveniency-Kosten

Das Bereit­stel­len von Con­ve­ni­ency erzeugt pri­mär erst ein­mal
Kosten.

  • Traf­fickos­ten
  • Ser­ver­kos­ten
  • Lizenz­kos­ten
  • War­tungs­kos­ten

  • Ent­wick­lungs­auf­wand
  • Strom…

Irgend­wer muss das bezah­len, und nie­mand bie­tet all das aus rei­ner Freund­lich­keit an. Die Anbie­ter von Online-Diensten benö­ti­gen also ein Geschäfts­mo­dell, das diese Kos­ten wie­der ein­spielt, plus einen Gewinn.

Der Kon­flikt

Die Convenience-Dienste sind so klein, und meis­tens so unbe­deu­tend, dass nie­mand ernst­haft bereit ist dafür Geld zu bezah­len. Es sind ja nur „Klei­nig­kei­ten“, man könnte prima ohne sie aus­kom­men. Wer braucht schon unbe­dingt eine Ajax-Web 2.0-ToDo-Liste (beta)? Geht auch prima ohne, das Papier­pen­dant tut’s doch auch. Braucht auch kei­nen Strom.

Sobald der Anbie­ter Geld dafür will, und sei es nur ein paar Cents, ist der Auf­wand den Dienst zu nut­zen meist grö­ßer als der Nutzen.

Also muss der Dienst kos­ten­los sein, bzw. gespon­sert. Spon­so­ring heißt im Ide­al­fall Wer­bung, im schlimms­ten Falle Datenspionage.

Wer­be­kun­den wol­len keine Gieß­kan­nen­wer­bung machen. Sie haben ein berech­tig­tes Inter­esse, ihre Slo­gans, Ban­ner, Clips, Popups und Popun­ders nur der Ziel­gruppe zu zei­gen, und nur dafür zu bezah­len. Je bes­ser die Ziel­gruppe defi­niert, desto bes­ser wird bezahlt.

Glück­li­cher­weise kann der Convenice-Anbieter die bei ihm ver­füg­ba­ren Ziel­grup­pen meist ziem­lich gut ein­schät­zen. Schliess­lich weiss er mit wem sie reden, wel­che Dinge auf ihren ToDo-Listen ste­hen, wel­che Bücher sie lesen, wel­che Musik sie hören, wonach sie suchen, wer ihre Freunde sind, was die so suchen, hören, lesen, machen.…

Aber wer hat jetzt eigent­lich all meine Daten? Und was sagen die eigent­lich genau über mich aus? Und wer erfährt von die­sen Rückschlüssen?

Ein Bekann­ter von mir bekommt auf jeden Fall über die gän­gi­gen Kanäle keine Kre­dit­kar­ten, obwohl er noch nie Schul­den hat auf­lau­fen las­sen, und auch nicht „über seine Ver­hält­nisse“ lebt. Einen fes­ten lang­jäh­ri­gen Job hat er auch.

Aber er wohnt „in der fal­schen Straße“, so wir­ken sich Scoring-Verfahren direkt auf die Men­schen aus.

Pri­vacy und Con­ve­ni­ency sind also einem unmit­tel­ba­rem Span­nungs­feld unter­wor­fen. Solange das Anbie­ten von Conveniency-Diensten ein Geschäfts­mo­dell ist, geht es der Pri­vat­sphäre damit nicht ganz so gut. Auch wenn der Anbie­ter ver­spricht, nicht böse zu sein, alle Daten­schutz­be­stim­mun­gen
ein­zu­hal­ten, es muss nur ein­mal jemand schwach wer­den. Und sind die Daten erst ein­mal ent­kom­men, ist der Scha­den nicht mehr zu beheben.

Lösungs­an­sätze

Wie kann man als End­an­wen­der die­sem Dilemma ent­kom­men. Schließ­lich möchte man ja gerne all die tol­len Dinge nut­zen. Sie sind ja so bequem!

  • Reicht es, auf ein Fir­men­motto zu vertrauen?
  • Oder stellt man lie­ber eigene Ser­ver auf?
  • Gibt es inhä­rent ver­trau­ens­wür­dige Con­ve­ni­ence
    Dienste, die durch ihre tech­ni­sche Kon­zep­tion Daten­miss­brauch verhindern?
  • Grup­pen­an­stren­gun­gen?
  • Privacy-konforme Geschäfts­mo­delle?

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