Batman und ich

Ich wurde letz­tens mal wie­der ob mei­ner Sam­mel­lei­den­schaft geneckt. Eigent­lich bezeichne ich mich selbst ja ungern als Samm­ler, dazu ist das alles viel zu unko­or­di­niert. Aber sobald ich ein Bat­man One-Shot Comic sehe, oder eine Aus­gabe die irgend­wie die Geschichte von Super­man anders erzählt, dann kann ich nicht anders, und muss zugreifen.

Wich­tig ist mir hier immer, dass ich nie die Seri­en­hefte kaufe (das ist PR vor­be­hal­ten), son­dern mich immer auf die abge­schlos­se­nen Geschich­ten kon­zen­triere. Das hält a) die Aus­ga­ben im Griff, und erspart mir b) die immer glei­chen Held-schnappt-Bösewicht-Stories.

(Schlau­ber­ger wer­den jetzt anmer­ken, dass das eigent­lich die Essenz der Super­hel­den­co­mics sei. Jaja, aber mir geht es um etwas ande­res. Ich komme gleich dazu.)

Was ist für mich an den One-Shots reiz­vol­ler? Die Tat­sa­che, dass diese
zwar häu­fig noch im Canon blei­ben, aller­dings sich den Luxus erlau­ben
kön­nen, die Figu­ren mal aus ande­rer Sicht zu beleuch­ten. Gerade Bat­man
ist mei­ner Ansicht nach der inter­es­san­teste Super­held von allen — von
sei­ner inhä­ren­ten Cool­ness mal abgesehen.

Von Anfang an war klar, dass Bat­man mehr mit sei­nen eige­nen Dämo­nen als mit sei­nen Geg­nern kämpft. Im Laufe der Zeit hat sich so ein rie­si­ger Zitat­schatz ange­sam­melt, und Dinge für die Bat­man meint büßen zu müs­sen. All diese Dinge erlau­ben es den Auto­ren kom­plexe Geschich­ten zu erzäh­len, ohne jedes­mal wie­der alles von vorne her­be­ten zu müs­sen. Und anders als Super­man hat Bat­man einen Hau­fen sehr mensch­li­che Schwä­chen. Das macht ihn viel inter­es­san­ter. Und gerade die One-Shot Aus­ga­ben neh­men sich die Zeit auf diese Aspekte einzugehen.

Und das ist auch der Grund, warum ich die Superman-Alternativuniversums-stories mag: Hier ist Supie sel­tenst der strah­lende blaue Hel­den­bubi. Hier hat die Fas­sade Krat­zer und Feh­ler, Dinge die von der offi­zi­el­len Bio­gra­phie des Mann aus Stahls nicht gestützt werden.

Der „echte“ Super­man ist strunz­lang­wei­lig, schlicht weil seine ein­zige wirk­li­che Schwä­che ein hau­fen grün leuch­ten­der Steine ist. Alle seine „Pro­bleme“ wir­ken kon­stru­iert. Wer mag das schon?

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