Kampagnenlog — Ruhe einbringen

Jawoll, ges­tern ging es dann nach einer kur­zen Pause wei­ter. Die Zeit war gekom­men, ein wenig Ruhe in das Gesche­hen zu brin­gen: Die Cha­rak­tere muss­ten sich ja quasi drei Tage lang mit Unto­ten und gro­ßen Gefah­ren aus­ein­an­der­set­zen. Die Inva­sion Gor­ne­mün­des durch das Schiff vol­ler Ske­lette war für die Ver­hält­nisse auf Catara fast schon zu episch.

Gleich­zei­tig malte ich über die Ein­lei­tung ein Was-wäre-wenn?-Szenario auf: Wäh­rend die Spie­ler das Schiff erkun­de­ten hatte eine andere Hel­den­gruppe sich ent­schie­den das Kauf­manns­vier­tel von Unto­ten zu befreien. Diese Hand­lungs­op­tion stellte sich ja auch den Spie­lern, sie ent­schie­den sich aber dage­gen. Zuge­ge­ben, ich habe das etwas fies prä­sen­tiert — die Recken um Sir Kins­bane sind alle erfah­re­ner als die Spie­ler­cha­rak­tere, konn­ten also mehr rei­ßen als sie selbst. Den­noch konnte ich mit kaum ver­heim­lich­ter Freude den Spie­lern beim Mau­len zuschauen: Auch wenn es schön­ge­re­det wurde, man war fest davon über­zeugt, um den eige­nen Erfolg betro­gen wor­den zu sein!

Gleich­zei­tig musste ich aber auch fest­stel­len, daß Zaks Gedan­ken über Sand­bo­xen stim­men: Schur­ken­cha­rak­tere kön­nen diese wesent­lich effek­ti­ver als die Wah­ren Hel­den [tm] nut­zen. Gor­ne­münde ist ja immer noch mehr oder weni­ger in einem chao­ti­schen Zustand, krea­tive Diebe oder andere Halun­ken könn­ten sich dort gesund­sto­ßen. Dazu kamen einige mehr oder weni­ger sub­tile Hin­weise mei­ner­seits auf Spuk­häu­ser und andere erkun­dens­werte Orte. Den­noch leg­ten sich die Spie­ler sehr schnell dar­auf fest, dem schein­bar vor­ge­ge­be­nen Aben­teu­er­pfad nach Catar zu fol­gen um dort direkt bei den Händ­ler­aben­teu­rern mehr über deren Han­dels­rie­sen zu erfahren.

Meine vor­be­rei­te­ten Dun­ge­ons und sons­ti­gen Zufalls­be­geg­nun­gen kann ich so also erst ein­mal zurück in die Schub­lade ste­cken. Im End­ef­fekt brachte es noch mehr Ruhe ins Gesche­hen, war also durch­aus pas­send zum Abend. Dabei habe ich aber auch gelernt, daß Zufalls­ta­bel­len für Über­land­rei­sen sorg­fäl­ti­ger erstellt wer­den wol­len: Meine hat für beide Tage lang­wei­lige Händ­ler­be­geg­nun­gen aus­ge­spuckt, anstatt so auf­re­gende Dinge wie den Zir­kus, Ban­di­ten oder wilde Tiere… :-)

Ein Kommentar

  • Andy wrote:

    Rogues machen schicht und ergrei­fend mehr Spaß… man darf ledig­lich nicht in die Penny-Pincher-Falle geraten.

    Penny-Pincher-Falle“: Man gibt die Hand­lungs­frei­heit auf, weil man IMMER ziel­los dem größ­ten Pro­fit hin­ter­her­jagd.
    Ein Rogue der Spaß machen soll, sollte die meiste Zeit damit ver­brin­gen Gold aus­zu­ge­ben und zu ver­pras­sen und nicht irgend­wel­chen Ver­mö­gen hin­ter­her zu jagen, die aber kei­nen kon­kre­ten Vor­teil für ihn haben.

    Ein gutes Bei­spiel dafür ist ein alter Cha­rak­ter von mir. Ein Drago-Wizard, der durch ver­schie­dene Betrü­ger­reien unglaub­lich viel Gold in der Tasche hatte.
    Er hätte kei­ner­lei Begrün­dung gehabt diese Betrü­ger­reien durch­zu­füh­ren, wenn er nicht vor­ge­habt hätte, das Gold auch aus­zu­ge­ben.
    So ver­fiel er den Glücks­spiel, ver­prasste Unsum­men in Kaf­fee­häu­sern und schmiss mit Gold nur so um sich.
    Das weckte gro­ßen Neid in den Mit­spie­lern, die auf ihre nächste Rüs­tung spar­ten, oder kaum ihre Schiffs­pas­sa­gen bezah­len konn­ten, wäh­rend Drakk­har in der Luxus­ka­bine resi­dierte.
    Die­ser Neid war voll und ganz ein­ge­plant, da er zum einen zu Kon­flik­ten mit den ande­ren PCs führte und zum ande­ren eine Zwie­lich­tig­keit für schaffte, die aber nicht wirk­lich zu benen­nen war, da er seine Geschäfte im dunk­len uner­kannt von den ande­ren durch­führte.
    Natür­lich wur­den keine blei­ben­den Anschaf­fun­gen von dem Gold getä­tigt.
    Drakk­har ver­prasste immer alles für Kaf­fee, Par­füm, Klei­dung, Tän­ze­rin­nen, Luxus­zim­mer usw. er lief selbst zum Schluss der Kam­pa­gne nahezu ohne magi­sche Gegen­stände herum(mit Aus­nahme der Quest­ge­gen­stände).
    Zum einen war dies, um ihn spiel­bar zu hal­ten, da der Neid aus Gegen­stände schlim­mer ist als der Neid auf eine unde­fi­nier­bare Menge Gold und er so über kurz oder lang zum Outs­ider gewor­den wäre und zum ande­ren über­ließ er den Gefähr­ten die Gegen­stände, weil er selbst ja kaum wel­che hatte und trotz­dem gegen die gemein­sa­men Geg­ner beste­hen sollte.
    Die ande­ren PC muss­ten quasi geboos­tet wer­den. Um zu ver­hin­dern, dass die ande­ren PCs sich Gold lie­hen um in die Schul­den­falle bei Drakkhi zu gera­ten, ver­langte er immer unglaub­li­che Zin­sen.
    „Natür­lich leihe ich Dir das Gold für [Gegen­stand Dei­ner Wahl]. Dir ist ja klar, dass auch mir das Gold nicht aus der Tasche wächst und daher muss ich lei­der dar­auf beste­hen, dass zumin­dest meine Unkos­ten gedeckt wer­den, schließ­lich kann ich mir jetzt diese 10 Heil­tränke da drü­ber nicht mehr leis­ten und so wird der Hei­ler spä­ter beson­ders teuer. Sagen wir 100% Zin­sen am Tag?“

    Drakk­har hatte immer etwas zu tun. Geschäfte machen, Schul­den ein­trei­ben, Gold ausgeben.

    Mein jet­zi­ger Elb ist lei­der noch etwas unde­fi­niert und lei­der „gut“.
    So kam es ges­tern lei­der zu Pau­sen, in denen ihm nicht ein­fiel, als auf den neuen Tag zu war­ten. Da muss also noch etwas dran gear­bei­tet werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Emailadresse wird nie veröffentlicht. Pflichtfelder sind so markiert: *