Kampagnenlog Teil 8

Nach dem Info­dump letzte Woche (der zu mei­ner Über­ra­schung anschei­nend von den Spie­lern als viel hand­lungs­ge­la­de­ner wahr­ge­nom­men wurde als mir selbst) hat­ten die SC grob zwei Mög­lich­kei­ten weiterzumachen:

  1. Sie machen eine Schiffs­reise ins ferne Bataar. Viele Hin­weise zei­gen dort hin, so dass die Hoff­nung dort Spu­ren des Hex­ers zu fin­den nicht unbe­rech­tigt ist.
  2. Sie erkun­den die Raben­bucht im Hex­er­reich Talora. Urias der Berg wurde zuletzt dort gese­hen, und sie liegt ver­däch­tig nahe an Myran­dia, wo ja die Wel­len­schlag ver­lo­ren ging.

Natür­lich hät­ten sie auch sonst was ande­res machen kön­nen, aber diese bei­den Vari­an­ten hielt ich für am wahr­schein­lichs­ten. Damit hatte ich auch recht. Kom­plett ver­kal­ku­liert hatte ich mich aber mit dem Pac­ing: Meine Annahme war, dass die Cha­rak­tere nach spä­tes­tens einer Stunde Spiel­zeit in der Raben­bucht ankom­men wür­den. Eine wei­tere halbe bis drei­vier­tel Stunde hatte ich ein­ge­rech­net bis sie Staub­flü­gels Krypta betreten.

Statt­des­sen wurde rela­tiv aus­gie­big über die Hand­lungs­op­tio­nen und die Her­an­ge­hens­weise nach­ge­dacht. Dabei wur­den wei­ter Infor­ma­tio­nen von so ver­schie­de­nen Quel­len wie Fischern, dem Markt­vogt, zwei Zie­gen­züch­tern aus der Dal­mark und sogar einem Drago-Handelshaus ein­ge­holt. Sogar vor einer (kur­zen) Knei­pen­schlä­ge­rei wurde nicht zurück­ge­schreckt. Zusätz­lich erwies sich das ver­schlüs­selte Tage­buch von Urias quasi unwi­der­steh­lich: Trotz mei­nes Hin­wei­ses, dass sich die bes­ten Köpfe der Inqui­si­tion gut zwei­hun­dert Jahre die Zähne daran aus­ge­bis­sen hat­ten wur­den beharr­lich Schlüs­sel­wör­ter aus­pro­biert. Am Ende winkte ich fast mit dem gan­zen Lat­ten­zaun, um die Spie­ler nicht zu sehr zu frus­ten.. (mit dem Tage­buch habe ich natür­lich noch etwas vor. Nur wol­len vor­her noch einige andere Hin­weise ein­ge­sam­melt werden.)

Aus­schlag gab wohl schließ­lich die Tat­sche, daß Sir Kins­bane angeb­lich über den Land­weg zur Rabens­bucht rei­sen wolle (schließ­lich wurde er ja quasi mit der Nase dar­auf gesto­ßen) — man selbst wollte ihm nun unbe­dingt zuvor­kom­men und char­terte ein Fischerboot.

Eigent­lich stell­ten sich die Spie­ler bei der Ankunft in Uri­as­wacht, dem klei­nen Dorf in der Rabens­bucht schon ziem­lich cle­ver an — ver­sem­mel­ten aber gründ­lich alle Pro­ben die ihnen in der fol­gen­den Begeg­nung eini­ges erleich­tert hätten!

Im Ergeb­nis dau­erte es bis zum Ende des Spiel­abends, bis die SCs sich end­lich dazu durch­ran­gen not­falls auch gegen den Wil­len der Dorf­be­völ­ke­rung in Staub­flü­gels Krypta ein­zu­drin­gen. Nicht ganz so schön war hier die Mein-Charakter-will-das-so (nicht-)Aktion eines der Spie­ler: Da der ehe­ma­lige Pro­spek­tor Angst hat in einer Mine zu ster­ben, wollte er par­tout nicht mit­kom­men. Vom Or-Koris-Priester kam dann sogar noch ein „Also, wenn Du nicht mit­kommst, brauchst Du auch gar nicht mehr da sein, wenn wir wie­der zurück sind.“

Hmpf. Bei­des mag ich ja gar nicht. Angst vor Höh­len kann man auch anders aus­spie­len, und mit unko­ope­ra­ti­ven Grup­pen­mit­glie­dern kann man auch anders umge­hen. Zum Glück hat­ten die Dorf­be­woh­ner auch noch ein Wört­chen mit­zu­re­den: Deren Wei­ge­rung die SCs die Höhle betre­ten zu las­sen war Bestand­teil einer Prü­fung der Wil­lens­stärke. Und gleich­zei­tig inter­pre­tier­ten sie das Zurück­blei­ben der ehe­ma­li­gen Pro­spek­tors wohl­wol­lend als „geplante Ablen­kung“, und schick­ten ihn nun unze­re­mo­ni­ell zu sei­nen Gefähr­ten, so dass im End­er­geb­nis alle SCs am Höh­len­ein­gang stan­den und die Worte des Cliff­hän­gers hörten:

Ihr hört eine stau­bige Stimme aus den Tie­fen der Höhle rufen: Wer.. ist.. daa.....?

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