Mein Wunsch Web 2.0 Dienst: Anyonme Authentifizierung

Su-Shee mach seit eini­gen Posts auf die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen der persönlichen Einflußnahme auf die Gesellschaft auf­merk­sam. Par­al­lel hat der Heise Ver­lag in erster Instanz feststellen müssen, daß Foren­be­trei­ber für Bei­träge haft­bar sein sollen.

Liest man dann noch die gän­gi­gen Ticker und geht mit offe­nen Augen durch die Welt, stellt man also fest: Unsere Frei­hei­ten, ob ver­dient oder nicht, sind in Gefahr!

Mir ging heute wäh­rend einer Prä­sen­ta­tion über Sin­gle Sign On Soft­ware eini­ges durch den Kopf:

  • Es gibt zig unter­schied­lichste Stel­len im Inter­net bei denen ich mich irgend­wie authen­ti­fi­zie­ren muss.
  • viele Leute blei­ben den­noch sehr gerne anonym, haben aber gerne reser­vierte Nick­na­mes, gespei­cherte Ein­stel­lun­gen, etc — am liebs­ten ohne gesetzte Cookies
  • Ich selbst bin schon bei über 20 ver­schie­dene Log­ins im Netz die ich mir mer­ken muss! Ok, da gibts Tricks und Kniffe sich da zu orga­ni­sie­ren, aber das ist eigent­lich nur eine Notlösung.
  • Es gibt zwar Ansätze sol­ches zu zen­tra­li­sie­ren, aber nicht jeder will Micro­soft oder Google alles anvertrauen.

Es fehlt also eine Lösung, die es mir ermög­licht mich über­all sicher zu authen­ti­fi­zie­ren, dabei gege­be­nen­falls anynom zu blei­ben, und das ganze so orga­ni­siert, daß auch der Authen­ti­fi­zie­rer nicht alles von mir erfährt.

Sowas muss doch mög­lich sein: Eine zen­trale, von „uns Geeks“ getra­gene Stelle die Anmel­dun­gen hand­habt. Ich hin­ter­lege dort meine „Master-Identität“, mit Public Key und allem drum und dran. Wenn ich jetzt auf eine neue tolle Web­seite stosse, die eine Regis­trie­rung ver­langt (um zum Bei­spiel For­um­zu­gang zu gewäh­ren, einen Ein­kaufs­korb zu ver­wal­ten, oder ein­fach nur um Ein­stel­lun­gen wie Sei­ten­lay­out und so zu spei­chern), erlaube ich die­ser, gewisse Infor­ma­tio­nen von der Zen­trale abzufragen:

  • Ja, das ist $NUTZERALIAS, der sich letzte Woche hier ange­mel­det hat.“
  • Das ist tat­säch­lich $REALNAME.“
  • Er hat $EMAILADRESSE.“
  • Er hat $ECHTE_ADRESSE, $KONTONUMMER, etc.“

Was immer halt im Kon­text gebraucht wird. Wenn ich anonym blei­ben will, sen­det die Zen­trale nur die Bestä­ti­gung, daß ich die glei­che Nase wie beim letz­ten Mal bin, ohne Namen, Email oder sonst­was. Wenn ich etwas kaufe, fol­gen alle für den Kauf rele­van­ten Infos. Aber eben nur mit mei­ner Freigabe.

Umge­kehrt sollte der Ser­ver auch nur das nötigste von der betref­fen­den Web­seite erfah­ren. Im Ide­al­fall nur einen Hashwert, der kei­nen Rück­schluß auf die Seite erlaubt. Zusätz­lich soll­ten alle Nut­zer­da­ten hoch­ver­schlüs­selt auf dem Authen­ti­fi­zie­rungs­ser­ver lie­gen, so daß bei einer etwai­gen Beschlag­name von wem auch immer nichts herauskommt.

Wenn wir das ganze noch mit Struk­tu­ren wie Freenet kom­bi­nie­ren bekom­men wir das Kon­strukt auch noch robust.

Und, wer fühlt sich nun angesprochen?

4 Kommentare

  • Rein politisch-strategisch: Nichts zen­tra­li­sier­tes wäh­len oder kon­zi­pie­ren. Zen­tra­li­siert bedeu­tet immer, dass du die Infra­struk­tur nur ein der Stelle tref­fen brauchst und dann geht nix mehr.

    Aber Ja, Geeks sind extrem gefragt bei der Aus­ar­bei­tung von ech­ten Anony­mi­sie­rungs­funk­tio­nen — die dann sicher bald ver­bo­ten wer­den — die aber abso­lut Enduser-tauglich sein müs­sen. ICH kann mir immer kom­plexe Sachen zurecht­fri­ckeln — das kann $user halt nicht und da sind Geeks gefragt, ihm das abzunehmen.

    Viel Spass beim Planen. ;)

  • JollyOrc schrieb:

    Daher ja die Freenet-Idee: Das erspart uns die Zen­tra­li­sie­rung. Was immer gebaut wird, muss unab­hän­gig und im Netz­ver­kehr „unsicht­bar“ sein.

  • JollyOrc schrieb:

    Als Behelfs­lö­sung ist ein Pass­wort­spick­zet­tel, gerne auch elek­tro­ni­scher Natur (ie: ein Palm) natür­lich mach­bar. Aber es ist schon ner­vig, den bei jedem Login wie­der her­aus­zu­kra­men, oder?

  • Vor etwas über einem Jahr hab ich mal den Wunsch nach ein­fa­cher, ver­teil­ter anony­mer Authen­ti­fi­zie­rung in die Runde gewor­fen. Su-Shee hat das kurz kom­men­tiert, das wars dann aber auch schon an Echo​.In der Zwi­schen­zeit hab ich dann tat­säch­lich mal etwas üb

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