Philosophisches

Hätte mich vor gut 7 Jah­ren jemand nach mei­ner Ein­stel­lung gegen­über den ver­schie­de­nen Phi­lo­so­phien gefragt, hätte ich behaup­tet, dem Ideal der Stoi­ker nach­zu­stre­ben. Es war zu der Zeit, als ich anfing Seneca zu lesen, mir tie­fere Gedan­ken zu mei­nem Leben machte, und all den ande­ren Unsinn, den junge Män­ner mit Lie­bes­kum­mer so machen.

Ich finde die Stoa immer noch fas­zi­nie­rend. Es ist eine wun­der­bar auf­rechte Geist­hal­tung. Und als Lieb­ha­ber bri­ti­schem Lebens­stils kann man kaum am „per­fek­tem Gent­le­man“ vor­bei, ohne sich mit der Stoa zu beschäf­ti­gen. Zudem hilft einem die stoi­sche Ein­stel­lung mit Pro­ble­men im Leben fer­tig­zu­wer­den, und sich zu moti­vie­ren es bes­ser zu machen.

Selbst heute bleibe ich gewis­sen Grund­sät­zen treu: Dinge, die nicht änder­bar sind, sind hin­zu­neh­men, ohne Jam­mer und Weh­kla­gen. Man soll das Best­mög­li­che aus sei­nem Leben machen, ohne grund­sätz­li­che Tugen­den zu ver­ges­sen, ja sie sogar über andere Dinge stellen.

Seit eini­ger Zeit jedoch gibt es eine andere Sicht, die meine Vor­stel­lung reizt, mich manch­mal antreibt, und mir im Geiste auf der Zunge liegt: Der Hedonismus. Nicht zuletzt pro­misc, mit sei­nem teil­weise sehr wundervollem Blogeinträgen ist daran schuld. Es gibt seit Urzei­ten den (sicher­lich böse gemein­ten) Spruch: „Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ Ich denke, daran ist durch­aus etwas dran. Nur sollte man es mit Bedacht inter­pre­tie­ren. Wenn jeder an sich selbst denkt, dabei aber die Gren­zen ande­rer respek­tiert, kann das Leben für alle ange­nehm sein.

Mal sehen, was mir mor­gen in die Fin­ger kommt.

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