Antwort von Herrn Behlen

Update: Herr Behlen hat mein Blog gefunden, und antwortet weiter unten noch mehr.

Das ging recht fix, Jörg Behlen (FDP) hat auf meine Frage bei Abgeordnetenwatch geantwortet. Und windet sich dabei wie ein Aal.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich glaube Herrn Behlen, daß er tatsächlich gegen dieses Gesetz ist, es falsch findet. Aber seine Aussage lässt genau eines vermissen: Eine klare Aussage.

Und dabei habe ich ihm noch eine goldene Brücke gebaut:

Oder wäre das ein, aus Ihrer Sicht, zwingender Bestandteil eines Koalitionsvertrages?

Wäre ihm das wirklich wichtig, dann könnte er sagen: „Ja, aus meiner Sicht schon.“ Und dann gerne auch das Geschwafel zu „aber ich kann nicht für die Fraktion sprechen…“ Ja, das wäre ehrlich und dennoch handfest gewesen.

So bleibt leider der Eindruck eines Politikers der Volksnähe und Glaubwürdigkeit nur vortäuscht, sich gleichzeitig aber auf nichts festnageln lässt. Schade.

4 Gedanken zu „Antwort von Herrn Behlen

  1. Guten Morgen liebe Orkpiraten,

    was erwartest ihr?
    So vielleicht: Ich werde allen, die nicht meiner Meinung sind, meine Meinung aufzwingen, den Koaltionsvertrag diktieren und dabei u.U. nicht mal im Bundestag dabei sein??
    Glaubwürdigkeit bemisst sich nicht an der Vortäuschung einer Macht, die ich als Kandidat auf Listenplatz 17 Hessen (ca. 34% FDP‐Zweitstimmen) einer Landesliste sicher nicht ausübe.

    Ich werbe zusammen mit einigen anderen jüngeren für ein entschiedenes Vorgehen in der FDP gegen „Zensursula“. Daran kann ich nichts Schlechtes erkennen.
    Im übrigen werbe ich für Erst‐ und Zweitstimmen. Das ist nicht besonders üblich in meiner Partei, denn ich halte die Union und ihre Kandidaten u.a. in Bezug auf Rechtsfragen für unwählbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jörg Behlen

  2. Guten Morgen Herr Behlen,

    zuerst einmal freut es mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hier persönlich zu antworten. Und mir ist wirklich klar, dass es nicht an Ihnen liegt, die Koalitionsvereinbarung zu diktieren. Sollte dieser Eindruck erweckt worden sein, bitte ich um Entschuldigung. Im besten Fall haben Sie wahrscheinlich höchstens die Möglichkeit Vorschläge dafür zu machen. Andererseits stellen Sie bitte auch nicht Ihr Licht unter den Scheffel: Immerhin sind Sie, anders als ich, schon Mitglied in einem Parlament. So ein wenig werden Sie also auch schon zu sagen haben. :)

    Genau den Satz mit dem entschiedenem Vorgehen habe ich übrigens in Ihrer Antwort auf Abgeordnetenwatch vermisst. Wie schon im Blogbeitrag geschrieben, erweckt Ihre Antwort dort leider den Eindruck, dass Sie sich eben nicht festlegen lassen wollen. Mir ist klar, dass Sie nicht für die Fraktion, oder gar die FDP als Ganzes sprechen können. Aber eine Aussage wie „Im Zweifelsfall würde ich in dieser Frage auch gegen den Fraktionszwang stimmen“ würde Ihnen (meiner Meinung nach) viele Pluspunkte verschaffen. Ob sich dann Ihr Listenplatz bei der nächsten Wahl irgendwie positiv oder negativ verändert, hängt dann übrigens weniger von den Wählern, sondern mehr von Ihrer Partei ab…

    (Full Disclosure: Ich würde Sie (aus Ihrer Sicht: Leider) so oder so nicht wählen. Zum einen bin ich Mitglied der Piratenpartei und damit, haha, parteiisch, zum anderen wohne und wähle ich in Hamburg, so dass ich auch gar nicht in die Entscheidungsnot kommen würde. Andererseits lesen auch Leute in Hessen die dann auch noch nichtmal Piraten sind dieses Blog… :) )

    mit freundlichen Grüßen,
    Christian Buggedei

  3. Hallo Herr Buggedei,
    sie schrieben:
    „Andererseits stellen Sie bitte auch nicht Ihr Licht unter den Scheffel: Immerhin sind Sie, anders als ich, schon Mitglied in einem Parlament.“
    Ich bin „nur“ Kandidat und nicht Parlamentarier. Ein Landwirt, der sich irgendwann mal sagte: „So kann es nicht weitergehen. Wo sind die Volksvertreter, die mehr als zehn Jahre gearbeitet haben.“
    Nur über die Abgeordneten schimpfen, die überzogenen Diäten, die Faulheit an sich und die aller Anderen.
    Doch nur Parolen ausgeben ist ein wenig dünn, und auf dem Sofa den Hattrick gegen Real schießen, ist denkbar einfach. Was zählt, is auf’m Platz!
    Also rein in die Politik und da erlebt man die Realität des (bisher Hobby‐) Politikers: Jeden Abend unterwegs, Grußworte bei Vereinen nur gegen Spende (lehne ich aus Prinzip ab, werde dafür meistens bei der Begrüßung vergessen), selten vor Mitternacht nach Hause und die Arbeit muss ja auch noch gemacht werden.
    Es bringt Spass, Erweiterung des persönlichen Horizontes und das Ohr am Puls der Menschen, also Freude pur.
    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich seit Februar 2009 stellv. Kreisvorsitzender bin. Den Einzug schaffe ich nur durch den Gewinn des Direktmandates, das ich mit vollem Einsatz anstrebe.
    Wie FDP‐Kandidat und Direktmandat?
    Eine SPD und CDU, die sich miteinander gegen die vitalen Interessen der Menschen stellen, die durch Schulden finanziert Wahlkampfgeschenke wie Renten„sicherung“, Abwrackprämie und Opel„rettung“ verteilen und zudem noch Polizeigesetze beschliessen, sind weder mit der Erst‐ noch der Zweitstimme wählbar!
    Also können wir‐Sie und ich‐ uns die Hand reichen‐zwei engagierte Bürger, nicht mehr aber auch nicht weniger!

    In diesem Sinne mit den besten Wünschen

    Jörg Behlen

  4. ah, mein Fehler: Ich dachte „Abgeordnetenwatch == Abgeordneter“, und habe nicht auf Einsortierung in der linken Spalte geachtet.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Erlangung des Direktmandates. Meine Kollegen von der Piratenpartei treten im Allgemeinen eh nicht bei den Direktmandaten an, insofern habe ich dabei auch wenig Gewissensbisse.

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