Kampagnenlog Teil 9

hm..

Einerseits hatte ich Spaß, und ich denke die Spieler waren auch nicht total gelangweilt.

Andererseits hatte ich mir den Abend anders vorgestellt. Als nach der Einleitung alle erst noch mal 10 Minuten über Gott und die Welt schwatzten hätten einige Alarmglocken bei mir schellen sollen. Aber wir betreiben ja keine Wissenschaft oder hohe Kunst, sondern treffen uns nur wöchentlich zu ein wenig Spass, da wollte ich das nicht so eng sehen.

Und sicherlich, die Charaktere sind keine ausgebildeten Soldaten, und erst recht keine erfahrenen Taktiker. Aber dass sie derart kopf- und planlos durch eine Höhle (die ihnen als brandgefährlich geschildert wurde) stolpern, damit hatte ich nicht gerechnet. Natürlich gab es einige Dinge, von denen ich hoffte, dass die Spieler hineintappen würden. Und stellenweise haben sie auch verhindert dass Schlimmeres passieren wird — wenn wohl auch nicht immer ganz beabsichtigt. Dennoch wären einige Nahtod-Erfahrungen wohl vermeidbar gewesen.

Am meisten irritiert hat mich allerdings die Tatsache, dass sich die Charaktere nicht für fünf Pfennig für den sprechenden Totenschädel interessierten. Da ist dessen Stimme den ganzen Abend hindurch zu hören, er ist offenbar nicht fähig sie direkt anzugreifen (und damit keine direkte Gefahr), und dennoch…

…kloppen sie ihn bei der erstbesten Gelegenheit zu Knochensplit. Ich verbuche das jetzt erst einmal für mich zur Hälfte als gutes Rollenspiel der Spieler („Untote? Gehören vernichtet!“) und zur Hälfte als schlechte NSC-Darstellung meinerseits (der sprechende Schädel war wohl nicht interessant genug bzw. hätte ja noch kurz um sein Unleben betteln können). Und leider habe ich selbst auch an einigen Stellen Regeln ungeschickt angewandt.

Auf jeden Fall bleibt ein Rest an noch potentiell gefährlichen Dungeon übrig. Das Kapitel ist als noch nicht ganz abgeschlossen, die Scharte kann noch auf beiden Seiten des Spielleiterschirms ausgewetzt werden… :-)

6 Gedanken zu „Kampagnenlog Teil 9

  1. Man stelle folgende Situation vor.
    An einem schönen Freitagnachmittag, kurz vor dem Wochenende taucht urplötzlich ein riesiges Schiff beladen mit hunderten von Untoten im Hafen der Wahlheimatstadt auf.
    Besagte Untote schlachten tausende von Leuten ab, verwüsten die Stadt, vernichten den Herrenrat und sorgen für Verderben.
    Ein paar Mutige mache sich auf den Weg um die Ursache des Übels zu finden, ohne Aussicht auf Bezahlung, Anerkennung oder Ruhm.
    Diese Leute sind wohl offensichtlich Idealisten, wenn nicht sogar Fanatiker.
    Diese Leute kommen nach einer längeren Reise an einen Ort, von dem es heißt, dass jeder, der ihn betritt entweder tot oder als Wahnsinniger endet.
    Einige Begegnungen an diesem Ort lassen darauf schließen, dass hier tatsächlich übelste Magie am Werk ist und man wird quasi wie gesteuert erneut von wandelnden Toten angegriffen.
    Dann entdeckt man offensichtlich die Quelle zumindest dieser Untoten hier, nämlich einen sprechenden Totenschädel, der ständig Befehle herausschreit wie „Tötet sie!“, „Vernichtet sie!“, „Mein Fluch wird euch vernichten!“.

    Was würde diese Gruppe von Leuten wohl tun?

    A. Ein Kaffeekränzchen mit dieser Ausgeburt der Hölle abhalten.

    B. Es so schnell wie möglich das Ding vernichten, damit es nicht noch mehr Untote auf einen hetzt.

  2. wie schon geschrieben — das ist weniger ein Vorwurf an die Spieler sondern mehr ein Feedback für mich, dass ich da einiges schlecht eingeschätzt hatte. Ist ja eh alles halb so wild :)

  3. Naja… aber schlechte NSC-Darstellung ist es auch nicht. Du hättest für Murray auch Robert de Niro einfliegen lassen können.
    Die Gestalt als solche war einfach von vorn herein „on borrowed time“ wie man so schön sagt.

  4. Ach wie schön, noch jemand der dieselben „Fehler“ macht wie ich. :) Ich habe aus sowas gelernt, den Spielern (!) rechtzeitig irgendwie klar zu machen, dass dieses Was-Sie-Zerkloppen-Wollen, über wichtige Infos für ihre Figuren verfügt. Oder für den Fortlauf der Geschichte.
    Und falls ich dran denke in solchen Situationen, klappt das sogar oft.

  5. Die Frage ist: Was hätte Euch davon abgehalten ihn sofort zu zerkloppen, und evtl. vorher (kurz) mit ihm zu reden?

    Ich verlange ja nicht, dass Ihr ihn sofort als besten Kumpel betrachtet…:)

  6. ich denke er hätte irgendwo fest besser gestanden und nicht unbedingt am Hals eines untoten

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