Zeitungen?

Wenn ich Beiträge wie diesen hier bei Piraten-Jinx, oder diesen hier bei Carta lese, frage ich mich manchmal eines:

Warum nicht einfach einen neuen (Holzmedien-) Zeitungsverlag gründen?

Ich denke, die Nachfrage für ein gut recherchiertes, modernes, lesbares und gerne auch, ich nenne es jetzt mal piratenliberales Blatt ist da. Journalisten die gerne wieder vernünftig arbeiten wollen*) sicherlich auch.

Jetzt noch mutige Schritte vorangehen, digitale Distribution, On-Demand-Drucker und sonstige Schmankerl nutzen…

Warum eigentlich nicht?

*) hier fehlt mir gerade leider der Link. Ich hatte da letzte Woche etwas gelesen über das Ausdünnen ganzer Redaktionen, und dem Druck einfach nur Zeilen zu füllen…da isser! Dank an jotbe, der ihn zufällig gerade getwittert hat.

Kernkompetenz: Unschuldig schauen

Beenden wir den heutigen Tag einmal mit einer Dosis Niedlichkeitsstrahlung:

Das, liebe Leser, ist keine Wetterfee vom Fernsehen, sondern die Kerstin vom Spiegel.

Die Kerstin schreibt da Artikel, meistens irgendwie über die SPD. Klingt komisch, ist aber so. Und weil sie so schön schreibt, war sie heute sogar im ZDF-Morgenmagazin. (Ich war ja zuhause, und nicht im Hotel, habe es also nicht live gesehen.) Tja, und wo sie schon so im Fernsehen war, da musste sie jetzt ganz schnell etwas böses über das Internet sagen, ist ja auch das Wochenthema ihres Arbeitgebers.

Und das klang dann so:

Tja… was soll man dazu sagen? So, ohne ausfallend zu werden? Mir persönlich fällt das schwer, aber wo sie doch soo niedlich dreinschaut, will ich es dennoch versuchen:

Liebe Kerstin, das Internet ist gar nicht so böse, wirklich nicht. Und all die Blogger die sich jetzt über Dich aufregen und Dir die Pest an den Hals wünschen, die sind nur neidisch auf Deine schönen blonden Haare.…

(Mist, hat wohl doch nicht so ganz geklappt mit dem Versuch. Und ich weiss jetzt wieder, warum ich den Spiegel nicht mehr kaufe… Und das obwohl er auch erstaunlich schlaue Inhalte bietet, aber die werden leider nicht sonderlich in den Vordergrund gestellt.)

Zwei Berichte die zu lesen schmerzt.

Sie haben inhaltlich eigentlich nichts miteinander zu tun. Sie berichten über sehr unterschiedliche Dinge in zwei verschiedenen Ländern. Aber dennoch haben sie beide irgendwie die gleiche Saite in mir zum schwingen gebracht.

Kommentar auf Spiegel Online: Warum die Premiere des Wahlleiters zur Farce geriet — Der selbstherrliche Umgang von Herrn Engeler mit den Parteien die er nicht zur Wahl zugelassen hat.

Revenge of the Nerd: What the Media Won’t Tell You About The Rampage Killer Who Attacked A Pittsburgh Aerobics Class — Eine Analyse des Tagebuchs eines 48jährigen Amokläufers.

Ich lasse das mal im übrigen unkommentiert…

Amok?

Nennt mich zynisch und menschenverachtend, aber ich gebs zu: Der letzte Amoklauf ging mir, gelinde gesagt, am Arsch vorbei. Irgendwann am Tag hab ich aufgeschnappt, dass da wieder wer mit einer Waffe in die Schule, Leute tot, Polizei, Flucht, Selbsttötung, irgendwas mit Internet, yadda-yadda.

Ja, es ist nicht schön, dass da Leute sterben mussten. Und es tut mir Leid um die Opfer und deren Angehörige.

Aber die hysterische Berichterstattung, die fast sofortigen Schuldzuweisungen, „jetzt müssen wir aber XYZ machen!“ und sonstigen medialen Aufreger, die sind so erhellend wie die alljährliche Ausstrahlung von Dinner for One zu Sylvester (oh, jetzt mal auf Plattdeutsch. Oh, jetzt mal in Farbe).

Das einzige was mich noch marginal dabei interessiert sind die kleinen Aha-Erlebnisse die man dabei über die Medien mitbekommt. Also erwähne ich hier zum einen Hannos großartige Nacherzählung dessen was die Medien uns so präsentierten sowie Finjas Erklärung wie das Ganze aus der Ferne, hier mal Südafrika wirkt.