Würfelmechaniken…

Und nun zu etwas völlig anderem.

…in der wöchentlichen Rollenspielrunde sind wir ja wieder auf Catara unterwegs, und zwar mit Hilfe des Burning Wheel Systems. Mir gefällt an Burning Wheel ja sehr viel, das System bietet eine Menge sehr interessanter und schöner Ideen. Sei es das Duel of Wits, die Charaktererschaffung über Lifepaths, der Verzicht auf klassische Erfahrungspunkte, viel Zeug das ich mag und schätze.

Was ich leider gar nicht leiden kann, ist die Würfelmechanik. Der Fertigkeitswert gibt die Anzahl der sechsseitigen Würfel, mit denen man die Probe durchführt, und alle Würfel, die mehr als 4 Augen zeigen gelten als Erfolg. Wenn man nun genauso viel oder mehr Erfolge vorweisen kann, als die Probe schwer ist, gilt diese als bestanden.

Ein Beispiel: Ich habe Klettern auf 3. Der Spielleiter sagt, dass es eine 2er‐Schwierigkeit sei, an diesem Seil hochzuklettern. Nun werfe ich drei W6, und die Würfel zeigen 3, 4 und 2 Augen. Das macht dann also 2 Erfolge 1Erfolg, damit gilt die Probe als bestandenmisslungen.

Was mich daran stört, ist folgendes: Angenommen, ich bin ein Kletter‐Weltmeister, nutze Hilfen, etc.pp. Dann kann ich diese Probe vielleicht sogar mit 8 Würfeln angehen, und dennoch kläglich versagen, weil alle Würfel nur 3 Augen oder weniger zeigen. Klar, ist nicht ganz so wahrscheinlich, kann aber gut vorkommen.

Und dieser Effekt tritt eben auch gerade im Grenzbereich des „halbwegs kompetent“ sehr häufig auf — die intuitive Wahrscheinlichkeitsberechnung schlägt fehl, und Dinge die sich einfach anhörten sind es dann plötzlich gar nicht mehr.

Mir persönlich gefallen da Fertigkeitssysteme die auf einer Prozentskala mit 100er‐Würfen basieren irgendwie deutlich besser. Zum einen ist „Fertigkeitswert 60 == 60% Erfolgswahrscheinlichkeit“ deutlich griffiger, zum anderen haben solche Systeme meistens auch eine Skala für Teilerfolge. Damit kann jemand der einen 60er Wert hat nur sehr selten vollends versagen, was ich persönlich auch, naja, realistischer finde.

Bin halt doch durch Rolemaster verdorben…

5 Gedanken zu „Würfelmechaniken…

  1. Bei Shadowrun und in der WoD gibts da meist nen Extra‐Punkt namens „automatischer Erfolg“ — den hast Du, wenn Dein Würfelpool (in Deinem Beispiel also 8) höher ist als die Schwierigkeit (in Deinem Beispiel also 2), wonach Du dann nicht mehr würfeln musst und somit auch nicht patzen kannst — wäre vielleicht eine Option zur Optimierung der Würfelregeln :)

  2. Der Pool sollte dazu wohl mindestens doppelt so groß wie die Schwierigkeit sein, sonst würde man zu sehr mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung pfuschen.

    Dennoch, eine gute Idee eigentlich, werde ich dem Spielleiter mal vorschlagen. :)

  3. Hallo,

    ich zähle in dem Beispiel nur 1 Erfolg. Übersehe ich da etwas?

    Ansonsten entspricht diese Mechanik sehr genau dem Shadowrun 4‐System. Die von Frank angesprochenen automatischen Erfolge werden aber dort etwas anders errechnet: Für jede 4 Würfel im Pool erhälst du einen automatischen Erfolg. Dies wurde eingeführt, um die Spielleitung zu entlasten, besonders bei Fahrzeugen mit hohen Rumpfwerten und so.

    MfG

    Stefan

  4. oops, da hat sich ein Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen.. ist korrigiert :)

    4 Würfel == 1 freier Erfolg wäre bei Burning Wheel nicht sonderlich hilfreich, schlicht weil man dann doch selten so viele Würfel hat.

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