Reisen im Rollenspiel

Dies ist ein Beitrag zum Thema dieses Monats im Karneval der Rollenspielblogs: Reisen.

Timberwere wirft im Eingangsbeitrag die Theorie auf, dass Reisen ja meist nur Mittel zum Zweck ist um den nächsten Schauplatz einzuleiten. Ich versuche hier mal, Methoden und Ansätze vorzustellen, die Reisen zum zentralen Ding machen.

Dazu ein paar Annahmen und Behauptungen vorweg:

  1. Das Spannende an einer Reise sind die neuen Eindrücke, die man sammelt. „Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben“.
  2. Gleichzeitig ist es langweilig, wenn diese Eindrücke nur nacheinander beschrieben werden — die Erlebnisse müssen also interaktiv sein.

Erlebnisse während einer Reise lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen:

  1. Begegnungen am Wegesrand — dies sind Dinge und Personen die den eigenen Weg kreuzen oder an denen man vorbei reist. Sie sind so interessant, oder wichtig, dass man sie sich anschaut und mit ihnen interagiert bevor man weiterreist. Das kann ein Überfall, ein Zwischenstopp um Proviant aufzufrischen, oder einfach nur eine Nacht im Gasthaus sein.
  2. Interaktionen innerhalb der Reisegruppe — wenn man z.B. auf einem Schiff unterwegs ist, bildet dieses während der Reise einen geschlossenen Raum voller Personen und Dinge.

Bei beiden Varianten können die Ereignisse im Grunde völlig losgelöst von der Reise stattfinden. Ob zum Beispiel ein Mord in einem Gasthaus, auf einem Schloß oder auf einem Schiff stattfindet ist doch im Grunde egal — es ist und bleibt ein Whodunnit-Murder-Mystery. Das ist auf gleichzeitig frustrierend und praktisch.

Frustrierend, weil es dadurch so gut wie keine puren „Reise“-Abenteuer gibt, sie sind alle Derivate von anderen Formen. Praktisch insofern, das man sich hemmungslos an anderen Materialien und Ideen bedienen kann. Es gilt nur, den Rahmen so anzupassen, dass das Geschehen in die geplante Reise passt.

Also, plündert das Regal, die nächste Reise wird sicher nicht langweilig!

Roll Inclusive — Halbzeitrezension

Im lief die Roll Inclusive Kickstarter Kampagne. Was war das?

Roll Inclusive ist ein populärwissenschaftlicher Essayband, der euch auf ca. 320 Seiten das Thema Diversity und Repräsentation im Pen-&-Paper-Rollenspiel näherbringen möchte.

Selbstbeschreibung der Kampagne

Inzwischen habe ich gut die Hälfte der Essays durch und muss sagen, das war eine vorzügliche Investition, gerade für diejenigen unter uns, die Material für andere schreiben oder aufbereiten.

Die einzelnen Essays liefern eine sehr brauchbare Einführung in die Themen rund um Diversität, Repräsentation und respektvollem Umgang miteinander. Sie erklären Fachbegriffe und Konzepte und sind dabei nie vorwurfsvoll oder anklagend.

Es gibt vielfältige Verweise auf bekannte und unbekannte Rollenspiele. Diese sind zum Glück so gestaltet, dass man diese selbst gar nicht kennen muss, da reichhaltige Fußnoten und Erklärungen vorhanden sind. Dadurch ist der Essayband wahrscheinlich auch grundsätzlich für Nicht-Rollenspieler verständlich, was ich sehr begrüße.

Die Hinweise, Hilfestellungen und Anregungen sind allesamt eher allgemeiner und abstrakter Natur. Die Essays wollen ein Bewusstsein für Situationen schaffen, damit man dann selbständig und bedacht innerhalb dieser agieren kann. Es werden Brücken gebaut und ein Verständnis dafür geweckt, warum bestimmte Dinge problematisch sein können.

Was es nicht gibt, sind Handlungs- oder Denkverbote. Stattdessen wird erklärt, warum bestimmte Klischees ausgrenzend wirken können, warum manche Begriffe beleidigend sind, und vor allem wieso ein achtsamer Umgang auch wichtig ist, wenn doch gar keine Betroffenen dabei sind. Denn die Art, wie wir uns Geschichten erzählen kann unser Denken prägen.

Ob und wie man das alles am Spieltisch oder beim Schreiben von Abenteuern oder Kampagnenwelten anwendet überlässt der Band uns selbst.

Alles in allem eine klare Kaufempfehlung. Leider ist der Band derzeit noch nicht kaufbar, aber ich hoffe, das ändert sich bald!

Update: Der Band wird ab dem 24.10. sowohl im Print als auch als E‑Book für alle käuflich erwerbbar sein.

Der Ork guckt ollen Kram

Von Zeit zu Zeit schaue ich mir ja bewusst und gerne Filme an, die alle etwas älter sind. Manchmal, weil ich die aus Jugendzeiten in guter Erinnerung habe, manchmal um Lücken in meinem (Pop-)Kulturwissen zu schließen. Hier also mal ungeordnet die Ergebnisse der letzten zwei Monate:

The Associate — Dieser Whoopi Goldberg Film lief in Deutschland als „Wer ist Mr. Cutty“ — ein Name, der erst nach gut der Hälfte des Films überhaupt erst genannt wird, als Whoopi ein männliches Finanzgenie erfindet, um als schwarze Frau an der Wall Street ernst genommen zu werden. Der Film ist auf der einen Seite sehr deutlich 20 Jahre alt und wirkt an vielen Stellen überhaupt nicht modern. Auf der anderen Seite ist das Thema immer noch aktuell und relevant. Alles in allem ein amüsanter Film, wenn auch kein Meisterwerk.

Risky Business — Jeder kennt die Szene mit Tom Cruise auf Socken im Wohnzimmer, aber ich hatte den Film bis dato nie gesehen, genau wie Oliver, der ihn auf seinem Blog als richtig geilen Film empfiehlt. Recht hat er.

The Return of the Musketeers — ich habe ja ein Herz für Mantel-und-Degen Filme, und ganz besonders für die Musketierfilme von Richard Lester. Dieser wurde gut 15 Jahre nach The Four Musketeers gedreht, und ist mir lange völlig entgangen. The Return… leidet ein wenig an den viel zu zahlreichen Voice-Overs, und mehr als einmal wollte ich dem Fernseher „Show, don’t tell!“ zurufen. Aber irgendwann ab der Mitte findet der Film sich, und die Kampfszenen sind wunderschöne Mantel-und-Degen-Kost.

Cutthroat Island — Ein Piratenfilm, der 100 Millionen Dollar gekostet hat, aber nur 10 wieder einspielte. Unter dieser Prämisse betrachtet, ist der dann gar nichtmal so schlecht. Ein klein wenig übertrieben viele und große Explosionen vielleicht.

Pets (1973) — Schmieriger Sexploitation Sleaze um eine junge Frau, die von einer mehr oder weniger hilflosen Situation in die nächste stolpert. Diese sind allesamt überzeichnet und sowohl Männer wie Frauen wollen unsere Heldin mal für Geld und mal für Sex ausnutzen. Am Ende entkommt sie einem irren Kunstsammler, nur um sich dem nächsten anzuhängen.. Dennoch nicht langweilig und ein schönes Sittengemälde der 70er.

The ApartmentTorsten Kleinz hat da eigentlich alles Wichtige zu geschrieben.

Josie and the Pussycats — Hier wiederum hab ich schon alles Wichtige geschrieben.

Vampire’s Kiss — das You Don't Say? meme ist recht bekannt. Der Film dahinter nicht ganz so. Zu Unrecht sage ich, denn das ist eine Tour de Force die American Psycho nur unwesentlich nachsteht. Der Film lässt es recht unklar, ob Nicolas Cage hier wirklich von einer Vampirin gebissen wurde, oder ob das alles nur Wahnvorstellungen sind — da wir fast alles nur durch den Protagonisten erfahren, wirkt das Erlebte nur um so mächtiger.

Watching Josie and the Pussycats

I’m not entirely sure why I’m doing this, but man, this is a treasure! I’m liveblogging, so this might be disjointed…

The movie first shows you an absolute inanely hyped boy band that has to die when they figure out some nefarious plan from their record company representative played by Alan Cummings.

How do they die? Plane crash. How does Alan Cummings order it? „Take the chevy to the levy“

We then get introduced to the titular girl band and learn that they don’t have any audience at all, but they are obviously cool, full of rock’n’roll and generally loveable. Also some interpersonal tension and we get to know the handsome but clueless love interest.

Then we realize how full of product placement the movie is. Like, two brands a second full. I think there is no shot that doesn’t feature an obnoxiously obvious brand logo. Apparently this ties in to aforementioned nefarious plan, but right now, we don’t know how. But an emo girl gets annoying enough that Alan has to order her kidnapping: „smells like teen spirit“…

A short 4th-wall break later the band is hired. (After a short gaffe by Alan which hasn’t memed at all: He says he’s so proud to meet all the Pussyhats) Everyone and the annoying hanger-on girl gets on a plane to New York. Why her? Because she’s in the comic, she tells us.

Finally we learn what the evil plan is: The Mixmaster 6000 adds in a bunch of subliminal messages to get kids buy lots of stuff. Evil. Genius. MTVs Behind the Music just exists to explain the downfall of those bands that don’t play ball…

A week later they are #1 on the billboard charts and the band will get a biopic, starring Drew Barrymore. Everything is peachy — or is it?

(also: It’s funny to see how many of the internet brands prominently displayed in the movie are defunct now. Everything non-internet is still relevant though)

Then the ditzy band girl ignores the creepy warning about the music and we cut to the romantic confusion between Josie and the loveable but dumb love interest. The sexual tension immediately gets defused by Alan Cummings bursting in and sweeping Josie away to some gala.

At the big party the girls get suspicious and the evil record label owner and Alan cumming plot murder and do dramatic evil laughs. But they can’t kill the whole band, because they have already ordered a gazillion electronic mind control pussycat ears

(also, there’s even advertising inside a frigging giant fishtank. Evian water, if you need to know.)

The murder plot is underway while love interest tries to get a gig and Josie soaks in a bathtub after being pressured into compliance by Alan Cummings. It gets foiled by „if I weren’t a key player in this nefarious plot to brainwash americas youth, we could totally date“, cued by ditzy bandgirl smashing some brains in.

But woe! The bathtub soak came with listening to brainwash-music, so Josie is now convinced that she doesn’t need the band, so DRAMA!

The band is broken up, Josie is slave to the brainwashing CD and who knows if friendship will ever prevail?

Ah, she is running, and then she falls, the CD stops and she finds the magical bus pass of friendship and ominous music shows us that things will get better!

Only that now the other two girls are gone, „like a flock of seagulls!“

To the studio to inspect the CD! And lo and behold, they find the hidden message, voiced by Mr. Moviephone. The plot is uncovered and what happens now? (they actually played the dramatic dun-dun-DUHN! jingle for this!)

Some blackmail about fiery car-death, Josie agrees to play the concert that will brainwash the masses. But not before some heart-to-heart friendship talk that hopefully will make things everything up. Shot while Mel and Bel are in a car that is slowly revolving on some presentation platter.

AND HERE’S THE TWIST!

The boyband from the movies beginning is NOT DEAD AND SAVES THE DAY! They landed the plane just fine, but they got beat up by Metallica fans, which is why they kept being missing.

Ok, they don’t save the day, but they were a good diversion and now we have a cat fight and can watch Rosario Dawson beat up Alan Cummings.

Josie is clever and tricks the evil record label lady into smashing the brainwashing machine.

Turns out, the actual evil plan was to brainwash everyone into loving evil record label lady, and to hide her lisp. And this is the moment where Alan Cummungs recognizes her as Lisping Lisa and reveals himself to be Whiteass Wally, so the two former high school losers admit their faults and love to each other. IS THIS THE TOTAL HAPPY END?

The government that wanted in on this shuts down the whole thing and arrests the bad persons because it turns out, subliminal messages work better in movies!

And then we do get the big final concert. Will the band actually rock, or was it all smoke and mirrors? (spoiler: No, everyone still loves them, after a short tense moment where the audience just stares wordlessly, now that the mind control headsets are off)

And then we get the inevitable love confession between Josie and Love Interest. They kiss, but Bel has to remind them that they are actually in the middle of a song and should shelve it for later…

And that’s it. Yes, you want to wach this movie. It is stupid, but fun.