BoingBoing, why you so bad?

I am really getting annoyed at BoingBoing by now. There is still the occasional interesting thing among the stream of articles they publish over the day, but that stream is getting worse and worse every day.

Of course, I can accept the „Cool Tools“ crossover, which is basically blatant advertising. Also, I can live the slightly more veiled advertising articles where they just grab some item, write a sentence about it and point you to an Amazon affiliate-link to buy it. I get slightly more upset about the fact that a good deal of the off-site links randomly have some ad-forwarder in between that my adblocker has to filter out for me. And then there are articles like this one: Criminal protip: don’t confess „off the record“:

Matthew D. Muller, 38, is in jail after confessing to a kidnapping, “off the record and on background” to a TV reporter.

If you follow the link under the text, or read the rest of the quote on BoingBoing, you won’t find anything about any confession, TV reporter or „off the record and on background“.  You need to follow the other link they thankfully provided later on with a stealth edit, which points you to Wired: ‘Gone Girl’ Suspect Confesses to Reporter—As FBI Listens In And in this link title alone, we learn that the confession was taped by the FBI, which immediately gives the story a whole different spin. But hey, Journalism is boring, Clickbait is much better, amirite?

Throwing BoingBoing out of my Feedreader now, thanks for the nicer times.

PS: I realize that this could be attributed to a simple human error, made in haste. But those errors get more and more frequent and the ad-article noise gets more and more annoying, so the bad by now severly outweigh the good for me. Sorry.

Zum Hamburger Fingerabdruckgate

In Hamburg gibt es ja gerade.. ja was, einen ausgemachten Skandal, ein Skandälchen, ein bedauernswertes Missverständnis? Fest steht, dass einige Schulen für die Abrechnung und Organisation des Schulessens auf Fingerabdrücke zur Authentifikation zurückgreifen.

Das ist aus rein praktischen Gründen gar nicht mal so blöd: Irgendein Nachweis ob man ein Essen haben darf oder nicht ist erforderlich. Mit Geld soll dabei eigentlich nicht hantiert werden – schon um nicht die Kinder, welche Essensgeldzuschüsse erhalten zu brandmarken. Bei Biometrie können die Kids ihre Essensmarken nicht verbummeln, sondern haben immer „alles dabei“. Auch ist der notwendige Sicherheitsfaktor bei Schulessen sicher nicht so hoch, dass man sich um Betrugsfälle (merke: Fingerabdrücke alleine taugen eher wenig zur sicheren Authentifikation) sorgen machen muss.

Auf der Kontra-Seite stehen wie so häufig grundsätzliche Bedenken: Wollen wir wirklich schon unsere Kinder daran gewöhnen, dass man überall seinen Fingerabdruck abgeben muss? (Ich weise noch einmal darauf hin, dass es recht wenig sinnvolle und sichere Biometrieanwendungen außerhalb der Verbrechensbekämpfung gibt) Und sind wir wirklich sicher-sicher, dass die Daten nicht abhanden kommen? Anders als ein Kennwort kann ich nämlich meine Fingerabdrücke nicht ändern.

Dazu kommt in diesem Fall, dass wohl bei einigen Kindern entgegen den ausdrücklichen Willen ihrer Eltern die Fingerabdruckdaten in die Datenbank übernommen wurden. Angeblich sogar mit der gegenüber den Kindern ausgesprochenen Drohung , dass sie sonst nichts essen dürften. Sollte das wahr sein, wäre das in der Tat handfestes Skandalmaterial. Was sich aber erst noch zeigen muss.

Mich persönlich regt an der ganzen Sache aber etwas ganz anderes auf. Der Hersteller des Fingerabdruck-Bezahlverfahrens hat mit einer professionellen Pressemitteilung reagiert und sagt zu seinem Verfahren:

Dabei wird keineswegs ein Fingerabdruck genommen und gespeichert. Vielmehr werden sechs Messpunkte an der Fingerkuppe im Computer in eine Zahl umgewandelt, nur diese Zahl ist – anstelle des Schülernamens – gespeichert.

Ach. Dann ist ja alles gut. Nicht! Was der Hersteller da vollmundig als tolle Datenschutzmaßnahme beschreibt ist nämlich tatsächlich genau das Verfahren wie wahrscheinlich 99% aller Fingerabdrucksysteme arbeiten: Man schaut sich den Abdruck an, merkt sich ein paar wichtige eindeutige Merkmale, und wirft den Rest weg. Anwendungsziel ist es ja nicht, zu wissen, wie ein Fingerabdruck ausschaut, sondern einen vorgefundenen Fingerabdruck mittels einer Merkmalsdatenbank einer eindeutigen Person zuzuordnen. Ob ich dazu einen Haufen Bilder oder pro Abdruck sechs Messpunkte speichere ist absolut Banane – im Endeffekt sind die Messpunkte sogar deutlich effizienter.

Diese Verteidigung baut komplett darauf, dass der Empfänger keine Ahnung von Technik hat und lügt ihm dabei fröhlich einen vor. Gnarf.

objektive Berichterstattung – oder auch nicht.

also, sowas geht ja nun ü-ber-haupt nicht. Schaut mal hier beim NDR. Oh wie lustig, inkompetente Möchtegernpolitiker im Hobbykeller.

Und dann lest den offenen Brief von Jonathan Maurer, der bei dem Interview dabei war:

Damen und Herren des NDR,
sehr geehrte Leser (geschlechtsneutral),

vorab sei gesagt, daß dies hier meine private, persönliche Meinung als Mitglied der Piratenpartei Bremen darstellt und nicht die Meinung der Piratenpartei Bremen ist.

Am Montag, 10.10.2011 durften wir Piraten in Bremen ein Team von Ihnen in unserer Geschäftsstelle begrüßen.

Sie waren freundlich, nett, haben viele Fragen gestellt und auch viele freundliche Antworten erhalten. Sie wurden höflich behandelt und selbst nachdem wir den Stammtisch eigentlich schon beenden wollten haben wir uns noch ein paar Themen gesucht über die wir sprachen, damit das TV-Team noch etwas mehr Bild- und Tonmaterial bekommt.

Die Interviews wurden auf Bitte Ihres Teams in unserem Materialkeller geführt, da dort mehr Ruhe war als in der anspruchsvoll gestalteten Geschäftsstelle selbst, wo sich zum Zeitpunkt des Eintreffens noch ca. 30 Personen aufhielten und es unten ruhiger war. Es wurden noch Flaggen aufgehangen um etwas anderes im Hintergrund zu haben als die nackte Wand, der Kameramann hat, zumindest bei einem Blick von mir durch den Sucher, auch schön auf Portrait gezoomt, sodass ausschliesslich der Oberkörper und Kopf vor den Flaggen zu sehen war.

Mitglieder des Vorstandes wurden über einen längeren Zeitraum interviewed, es gab einige Fragen von Ihnen und viele Antworten von uns – zu jedem Thema.

Die Bitte, ob wir die Rohdaten der Sendung erhalten könnten wurde von Ihrer Reporterin negativ beschieden, jedoch können wir gerne einen Mitschnitt der Sendung selbst erhalten.So weit, so gut.

Ich habe mir Ihre Ausstrahlung am gestrigen Abend angesehen. Was Sie aus dem vorhandenen Material, welches über 1,5 Stunden beinhalten dürfte, in die 2:42 Minuten geschnitten haben ist in meinen Augen eine Respektlosigkeit sondergleichen, meine Enttäuschung über Ihren Sender, welchen ich bislang als seriös eingestuft habe, ist kaum in Worte zu fassen.

Zu etwaigen Kritikpunkten über uns:
Richtig ist, daß wir keine Medienprofis sind. Noch nicht.

Richtig ist auch, daß wir alle, ausnahmslos alle, die Tätigkeiten bei der Piratenpartei ehrenamtlich ausüben.

Ebenfalls korrekt ist, daß wir nicht spontan direkt über jeden Punkt in unserem sehr umfangreichen Programm Auskunft geben können, wollen und werden.

Richtig ist ebenfalls, daß wir Fehler gemacht haben: keine Fragen bei Ihnen eingefordert, nicht selbst den Ort der Interviews vorgegeben, nicht die Sendung vor Ausstrahlung geprüft und die Ausstrahlung ggf. untersagt.

Nun zur Kritik an Ihnen:
Richtig ist, daß wir keine Informationen vorab hatten, welche Fragen gestellt werden. Eine Sache, welche die Höflichkeit gegenüber dem Gesprächspartner im Regelfall gebietet und von Ihnen (wissentlich und absichtlich?) ignoriert wurde. Danke dafür.

Richtig ist ebenfalls, daß wir nicht darauf bestanden haben, die Interviews in unseren Geschäftsräumen zu führen, sondern aus Höflichkeit Ihrem Team gegenüber der Bitte Ihres Teams entsprochen haben, diese im Keller zu führen, da es dort ruhiger ist. Dies wurde von Ihnen respektlos und unhöflich negativ ausgeschlachtet. Seriös ist das nicht.Ihr Team bat um mehr Zeit und Unterstützung für weiteres Bild- und Tonmaterial. Wir haben uns, obwohl wir den Stammtisch ansich für den Abend beenden wollten, erneut zusamengesetzt und über weitere Themen unterhalten. Welche genau dürften Sie sehr gut wissen – es sei denn es haben unfähige Praktikanten diesen Beitrag zusammengestellt, geschnitten und die Redaktion gepennt. Unfähig, ehrlos, respektlos, unhöflich, unseriös.

Unglaublich, daß soetwas vom NDR kommt, bei gewissen privaten Sendern kann man mit soetwas rechnen, selbst von Amateuren bin ich jedoch besseres gewohnt. Ihr Beitrag strotzt vor Unhöflichkeit und unseriösem inkompetentem Journalismus.

Wir haben Ihr Team freundlich und höflich behandelt und so wird es gedankt? Ein Fehler, der mir persönlich sicher nicht erneut unterlaufen wird.

Zugegeben, ich bin einfacher Pirat und auch ganz zufrieden damit. Die Entscheidung über weitere Maßnahmen zu diesem Faux-Pas des Journalismus steht anderen zu. Für mich kann ich nur sagen, daß ich den NDR zukünftig meiden werde.

Gez.

Jonathan Maurer
Mitglied der Piratenpartei Bremen

Und da fragen sich manche, warum Leute den öffentlichen Rundfunk nicht leiden können…

Spam, what is spam?

<Polemik>Ach wie nett: Ein Spammer verzeiht mir, dass ich ihn Spammer genannt habe.</Polemik>

Ok, jetzt mal ernsthaft. Was ist Spam? Spam ist, wenn Fremde mir ungefragt Dinge in eine meiner Inboxen legen und dabei nur oder fast nur das Ziel haben, mich auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. Art der Inbox oder des Angebotes ist dabei komplett egal.

Dabei ist es auch völlig unerheblich, ob der oder die Fremde das „nett meinte“, oder ob mich das Angebot vielleicht doch interessieren könnte. Besonders verärgert bin ich dann, wenn

  • der Spam automatisiert kommt
  • der Spam zwar nicht automatisiert, aber erkenn- und vorhersehbar völllig an meinen Interessen vorbeiläuft.
  • der Spam einen Kommunikationskanal zweckentfremdet (mehr dazu gleich)
  • der Absender offensichtliche Warnhinweise ignoriert.

Bei Google+ bekomme ich derzeit immer mehr Spam der in die letzten beiden Kategorien fällt. Dort haben nämlich Leute herausgefunden, dass man ja Leute einzirkeln kann, die damit eine Meldung bekommen, und dann mal auf das eigene Profil schauen. Selbst wenn die nicht zurückzirkeln, man hat mindestens einen Kontakt bekommen, vielleicht schauen die auch mal auf der Webseite vorbei, und der Name wurde mal gehört. Oh, und man wird in deren Profil zurückverlinkt, unter „Leute, die xyz im Zirkel haben.“

Mit Glück folgen die blind zurück, das eigene Profil wird aufgewertet und man hat einen weiteren Empfänger, also seine Reichweite erhöht.

Im schlimmsten Fall blocken die einen, dann hat man auch nix verloren.

Der einzige Nachteil ist, dass man sowas bei Google+ noch nicht automatisiert machen kann, aber wofür hat man Praktikanten?

Soviel zur Seite des Spammers. Doch wie schaut es beim Empfänger aus?

Der bekommt, je nach Google+-Einstellungen, ein bis einunddrölfzig Mitteilungen in seine Emailbox, seine Google+-Seite, sein Handy, vielleicht noch auf sein Tablet, im besten Fall sogar noch eine SMS. Ja, wenn man nicht sofort blockt, dann blendet Google+ derzeit diese „foo hat Dich zu einem Circle hinzugefügt“ Meldung noch ein paar Mal oben über den Stream ein. Und man darf all das dann fröhlich wegklicken.

Und wenn man den Kontakt nicht blockt, dann fungiert man auch noch als unfreiwillige Linkschleuder, da der Spammer ja im „Leute, die xyz im Zirkel haben“ mit auftaucht.

Im Endeffekt wird hier also der Kommunikationskanal der Zirkelmitteilungen dazu missbraucht, um Werbung zu versenden. Das ist das Internet-Äquivalent von „ich ruf mal an und leg gleich auf, meine Caller-ID wird ja im Anruflog gespeichert, da kann der ja zurückrufen“. Wenn nur einer das macht, dann ist das maximal ein kleines Ärgernis.

Das macht aber leider nicht nur einer, der einzige Grund, warum das noch nicht massiv passiert, ist weil Google+ noch zu neu ist, und die mechanical turks das noch nicht bedienen. Aber wehe wenn – dann habt Ihr Schnarchnasen Google+ kaputtgemacht! Denn solche Aktionen poppen nicht nur einmal kurz auf und gehen von alleine Weg, sondern verursachen beim Empfänger nicht zu vernachlässigenden Extraaufwand. (Schon mehrmals am Tag auf „block user“ zu klicken ist mehr Aufwand als ich eigentlich will.)

Und deswegen sind solche Einkreisungen, die nur dazu dienen Aufmerksamkeit zu erzeugen, nicht irgendwie nett gemeint, sondern Spam, pure and simple. Und deswegen werde ich diejenigen, die sowas machen, weiterhin Spammer nennen.