Doppelte Standards bei Eric Schmidt

Google zu verdächtigen, schlimme Dinge zu tun ist ja schon ein gut gepflegtes Ritual. Manchmal werden sie auch verteidigt, manchmal einfach nur indifferent behandelt. Ich persönlich nutze ja einen guten Teil ihrer Dienste gerne. Da schmerzt es mich dann aber doch, wenn deren CEO Eric Schmidt gleichzeitig so dumme und unreflektierte Aussagen macht:

If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.

Damit stellt er sich in eine Linie mit allen Überwachungsfreunden und Bürgerrechtsvernichtern unserer Zeit, schade eigentlich. Und genau wie zu Wolfgang „wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten“ Schäuble, der gleichzeitig nach wie vor keinerlei konkrete Aussage über die Parteispendenaffäre macht, kann ich auch Eric Schmidt gegenüber keinerlei Respekt mehr haben: 2006 belegte er CNet mit einem einjährigen Interviewbann, nur weil diese die über Google frei verfügbaren Informationen zusammentrugen und veröffentlichten. Darin enthalten: Fakten über sein Einkommen, sein Haus, seine Parteispenden und Hobbies.

Pfui, für solche Doppelzüngigkeit! Zum Glück findet Bruce Schneier wie üblich die richtigen, sachlichen Worte.

Quelle: BoingBoing & Gawker

Suchanfragen und der Schnitzel und Blowjob Tag…

Vor über drei Jahren, als mein Blog noch viel unbekannter als heute war, hatte ich mal über den, ahem, Schnitzel und Blowjob-Tag gebloggt. Fand ich halt witzig, den kleinen Geist erfreuen ja bekanntlich die kleinsten Dinge..

Seitdem sorgt dieser Beitrag für gefühlt über 60% der Suchmaschinentreffer hierher, „unbewusstes und massiv erfolgreiche SEO“ wir mir im IRC attestiert wurde. Leute suchen nach „blowjob“, „Schnitzel und Blowjob“, „blow job mit vielen männern“, und und und. Meinetwegen, das Internet ist bunt und seltsam, ich will da ja keinem irgendetwas vorhalten. Daß die Kombination „Ork Porn“ auch zu meiner Seite führt verbuche ich unter „will ich gar nicht so genau wissen“.

Aber die Suchanfrage die heute hier aufgeschlagen ist, finde ich dann doch nicht mehr spaßig. Eher wirklich bedenklich. Vielleicht sollte ich den Eintrag doch irgendwann mal löschen/umarbeiten/entfernen? Oder zumindest einen prominenten Link auf eine Selbsthilfegruppe oder so setzen?

Igitt Suchbegriffe

Medienkompetenz: Dinge finden im Internet

Kris wirft mit Stöckchen und hofft auf Artikel zum Thema Medienkompetenz zu treffen. Eine sehr gute Idee, und da möchte ich mich doch glatt beteiligen. Dieser Beitrag wird sicherlich nicht so umfassend und genau wie Kris seiner, aber ich hoffe, dass er dennoch ein wenig hilfreich ist.

Mal eben etwas im Internet finden, oder „es zu googlen“ klingt ja erst einmal ganz einfach, fast schon trivial. Andererseits ist es anscheinend doch nicht ganz so trivial, denn warum sollte es sonst Seiten wie lmgtfy.com geben? Tatsächlich findet man im Internet wirklich zu fast jedem Problem eine Lösung, zu fast jeder Frage eine Antwort – selbst zu denen, die eigentlich gar nicht lösbar sind. Und natürlich einen Riesenhaufen Mist. Will man also sinnvolle und hilfreiche Dinge finden, müssen drei Dinge beachtet werden:

  1. Suche nach der Antwort, nicht der Frage
  2. Nutze die passende Suchfunktion
  3. Erkenne die korrekten Treffer

Nur wenn alles zusammenkommt, liefert das Internet wirklich hilfreiche Ergebnisse die sich auch weiterverwenden lassen. Aber der Reihe nach:

Suche nach der Antwort, nicht der Frage

So selbstverständlich das klingt, so schwierig kann es dennoch sein. Man sollte sich stets bewusst machen, dass eine jede Anfrage an eine Suchmaschine immer auf eine Volltextsuche durch das Internet hinausläuft. Das bedeutet, dass man einen Begriff oder eine Wortkette suchen muss, die in der gewünschten Antwort vorkommt. Statt zu fragen „Ich wohne in Hamburg, wie komme ich nach Paris?“ sollte man also eher nach „Routenbeschreibung Hamburg Paris“ suchen.

Das ist zum einen natürlich viel kürzer und daher schneller getippt, andererseits wird man die Frage so nicht auf irgendeiner Webseite ausgeschrieben finden, die Worte Routenbeschreibung, Hamburg & Paris hingegen schon eher.

Glück hat man, wenn es sich um ein rein technisches Problem handelt, dann darf auf die Existenz von gut gepflegten FAQ-Seiten gehofft werden. Diese enthalten dann nämlich meist tatsächlich genau die Frage die man sich gerade stellt. Aber auch hier gilt: Der Seitenbetreuer formuliert die Frage vielleicht anders, die Elemente der gewünschten Antwort sind aber meist alle irgendwie vorhanden.

Nutze die passende Suchfunktion

„Nimm Google“ reicht für vieles aus, aber eben nicht immer. Wenn ich zum Beispiel etwas über einen Film wissen will, frage ich lieber direkt die IMDB. Bei Übersetzungsproblemen komme ich mit LEO weiter. Natürlich kennt auch Google all diese Seiten, aber die Verwendung der „passenden“ Suchseite stellt die Suche in einen Kontext: Wenn ich die IMDB nach „Welcome to the Jungle“ frage, ist klar, dass ich nach einem Film suche, Google müsste ich wahrscheinlich erst mehr oder minder mühsam klar machen, dass ich gerade kein Interesse an Guns’n’Roses habe.

Es hilft also, sich einen Katalog an durchsuchbaren Spezialseiten zuzulegen, und zu wissen wann welche am besten passt. Wenn ich nach einem (US-englischen) Slangbegriff fahnde, werde ich eher eine sinnvolle Antwort beim Urban Dictionary bekommen, als wenn ich ihn direkt bei Google suche: Ersteres wird mir stets nur eine Definition liefern, während Google mir haufenweise Seiten präsentiert, die diesen Begriff verwenden. Ein Traum für Sprachforscher, aber nicht hilfreich, wenn ich einfach nur wissen will, was mein Chat-Gegenüber mir gerade sagen will.

Kleiner Tipp: Firefox hat im „Schnellsuche“-Lesezeichenordner viele hilfreiche Quicklinks für solche Fälle vorbereitet.

Erkenne die korrekten Treffer

Suchmaschinenoptimierung ist anscheinend ein dickes Geschäft. Und als Resultat finden viele Suchmaschinen neben den Dingen die einen interessieren, viele-viele Seiten, von denen die Betreiber möchten, dass sie einen interessieren. Oder man zumindest mal draufklickt, damit die Werbebanner Umsatz machen.

Also nicht einfach immer auf den ersten Link klicken :). Zuerst mal die Trefferliste durchsehen. Bei technischen Problemen sollte man schauen, ob nicht ein Treffer auf der Herstellerseite dabei ist. Die meisten Suchmaschinen zeigen zudem kurze Snippets an – wird dort die richtige Frage gestellt, oder scheint es sich um die gesuchte Antwort zu handeln?

Vorsicht ist hingegen geboten, wenn die Snippets oder die URL gar ganz genau die gesuchte Phrase enthalten. Das sind dann häufig Linkfarmen die einem im besten Fall einfach nur viel Werbung präsentieren, im schlimmsten Falle hingegen auch noch mit Viren und anderem Mistzeug belästigen.

Selbst wenn der Link auf den ersten Blick seriös aussieht, und die gefundene Information plausibel erscheint: Nichts was im Internet steht, sollte ungeprüft übernommen werden. Findet sich die gleiche Information auch auf anderen Seiten? sind vielleicht bekannt vertrauenswürdige Seiten dabei? Werden Quellen zur Herkunft der Information genannt, und sind diese überprüfbar?

Es hilft, wenn man sich nicht nur die gefundene Stelle einer Webseite ansieht, sondern auch mal links und rechts davon auf der gleichen Seite umschaut. Passt das Umfeld zur Information? Erscheinen die Autoren auf ihrem Gebiet kompetent? In welchem Kontext wird die Information angeboten?

In der Regel kann man mit diesen Filterfragen recht schnell die „guten“ Treffer herausfiltern und gegenprüfen. Mit nur ein wenig Übung bekommt man so wirklich schnell einen guten Überblick zu jedem Thema.