Gastbeiträge?

Gerade trudelte eine Mail hier ein:

bei meiner Suche nach besonderen Seiten, die Informationen zum Thema „Medien und Gaming“ bieten, bin ich auf www.orkpiraten.de gestoßen. Ich denke, dass Ihre Seite auch von unserer Zielgruppe gelesen wird, weshalb wir sehr daran interessiert sind auf Ihrer Webseite vertreten zu sein. Damit beiderseits ein Plus entsteht möchte ich Ihnen dafür einen Gastbeitrag zum Thema „Die lieblings Rollenspiele für meine Konsole brennen“ anbieten, durch den für Ihren Leser und für Ihre Seite ein Mehrwert geschaffen werden kann.

Abgesehen davon, dass das Thema komplett err.. sinnbefreit ist (soll das eine Anleitung zum raubkopieren werden? Oder geht es darum, dass die Spiele total von meiner Konsole begeistert sind? Und korrektes Deutsch sieht sowieso anders aus), wer meine Seite nur für 5 Pfennig angeschaut hat, würde merken, dass das mit den Gastbeiträgen und so hier eher mau ausschaut.

Haut ab mit Eurem Influencer-Marketing/SEO/Scam-Scheiß!

Das kannste schon so machen…

shirt Zwei rollenspielspezifische Diskussionen laufen derzeit durch meine Timeline. Zum einen zur X-Card, zum anderen die Sache mit Romantik, Liebe & Sex und, daran angehangen, die zur Sprache.

Das T-Shirt an der rechten Seite dieses Textes fasst die Aussage der Diskussionsbeiträge quer über alles meiner Ansicht schön zusammen. Und genau das nervt mich daran.

Es sollte doch so langsam Konsens geben, dass es nicht „die eine korrekte“ Art von Rollenspiel gibt. Da gibt es Hilfsmittel, die für die einen ganz knorke sind, und für andere als komplett sinnbefreit angesehen werden. (Ich werde z.B. nie die Sache mit den Dicetowern nachvollziehen können.) Und das ist völlig in Ordnung. Muss ja nicht jeder das gleiche mögen, wäre ja auch langweilig.

Was mich gewaltig stört ist die Tatsache, dass das abweichende Ideen häufig genug entweder als Ausdruck einer Charakterschwäche angesehen oder einfach als grundlegend albern abgelehnt werden. Eine Aussage wie „Ich bin erwachsen und reif, und brauche das nicht“ zielt eben nicht auf einen selber, sondern auf diejenigen, die das anders sehen.

Ich bin ein großer Freund von Zaks Beiträgen. Zak schreibt sehr polemisch, aber eines macht er nie: Behaupten, dass etwas die Falsche Art von Spaß [tm] sei. Er zeigt auf, wenn jemand sich selbst widerspricht, und nennt die Leute Dummköpfe, die Meinungen als Tatsachenbehauptungen verkaufen wollen.

Und diese Tatsachenbehauptungskiste ist genau das, was in den oben genannten Diskussionen viel zu häufig passiert: „Das kannste schon so machen, aber dann isses halt Kacke.“

Statt: „dann isses halt nicht mein Ding.“

Davon ab: Ich persönlich spiele übrigens ohne X-Karten, will aber niemanden absprechen, mit diesen zu spielen. Und wenn die jemand zum Spieltisch mitbringt, dann stehe ich auch nicht sofort auf. Generell gilt: Nur weil jemand irgend etwas an den Spieltisch bringt, ist das noch lange kein Idiot. Die Frage ist, was damit und daraus gemacht wird, und wie sich die Person dabei mir gegenüber verhält.

(Übrigens: „Falsch“ Rollenzuspielen ist einfach nur eine andere Sorte von Spaß zu bevorzugen. Andere Leute pauschal abzuurteilen und auszugrenzen, oder über Versuche inklusiv zu sein einfach drüberzutrampeln (Stichwort: „Das hammer schon imma so jemacht!“) – das ist meiner Ansicht nach tatsächlich einfach nur Kacke.

Erwachsenwerden – ein Beitrag zum Rollenspielblogkarneval

Logo_RSPKarneval_500px_VAh, Karsten hat ein Thema zum Karneval der Rollenspielblogs ausgerufen: Romantik & Liebe. Da darf ich natürlich nicht fehlen. Aber wen interessieren schon meine schmutzigen Spieltischerlebnisse, sehen wir uns das Thema also lieber historisch an:

Zumindest meinereiner konnte mit dem Thema zu Beginn meiner Rollenspielkarriere, trotz allem Sturm und Drang der frühen Nachpubertätsphase, nicht wirklich viel anfangen. Natürlich war ich an der ganzen Thematik irre interessiert. Allerdings war das auch noch ganz viel unentdecktes Land, und ich fühlte deutlich mehr Bedarf daran, dieses live und in Person zu erkunden, anstatt nur gedacht im Spiel.

Wenn diese Themen dann doch im Spiel auftauchten, kam es meistens dem Jungmännergehabe in die Quere, und wurde dementsprechend behandelt: Auf Spielwerte heruntergebrochen und dann meist auch noch in die höher-schneller-weiter-Schiene abgeschoben. Denn junge Menschen sind ja ob all dieser Dinge sehr unsicher. Man weiß noch nicht, wie man welche Handlungen und Sätze im sozialen Kontext interpretieren darf oder soll. Und nun soll man auch noch entschlüsseln, welche dieser ohnehin schon undurchdringlichen Sätze im Spiel, und welche mit realen Subtext gesagt wurden.

Dass die Ansage „Ich greife ihn mit meinem Schwert an!“ absolut in das Reich der Fantasie gehört ist klar. Das sagt einem ja die Lebenserfahrung. Aber „Ich küsse sie!“ ist eine Handlung, die ja auch real möglich wäre – und will man sich aus der Deckung wagen? Wie stellt man sicher, was wirklich nur Spiel ist, und was nicht? Nicht umsonst widmet Monsterhearts diesem Thema gleich ein ganzes Spiel.

Anscheinend braucht es eine gewisse Reife um diese Themen so einführen zu können, ohne gleich ein tumbes „einführen… harrharrharr!“ als Reaktion zu provozieren. Irgendwann taucht das Thema also bei jugendlichen Rollenspielern kurz am Rande auf und wird nach einigen Ausfällen dann mit F.A.T.A.L. in einen Topf geworfen und ignoriert.

Erst später darf es dann langsam wiederentdeckt werden: Da flirtet eine Edeldame mit meinem Schurken, mein Ritter muss zwischen seiner Liebe und der Karriere wählen, der Barde verliebt sich in eine Hohepriesterin, und der Auftragskiller erfährt Dinge über seine verlorene große Liebe. Der Großteil davon findet zunächst kaum tatsächlich am Spieltisch statt, sondern dient über die Hintergrundgeschichte als Motivation, macht die Figuren vielschichtiger und interessanter.

Und so wird dann das Rollenspiel mit einem selber erwachsener – dadurch, dass Beziehungen und Liebe ja auch in der eigenen Lebenserfahrung etwas normales geworden sind, eben einfach dazugehören. Und dadurch wird das Anspielen dieser Themen eben auch normaler. Die Vertrautheit mit der Thematik nimmt ihr den Schrecken.

Heute freue ich mich, wenn meine Figuren auch ein Dasein abseits der Kampf- und Reichtumswerte haben. Denn romantische Verwicklungen schaffen Zwänge, Motivationen und zuweilen eben auch Erfolge. Und wer will schon das rollenspielerische Äquivalent zur RomCom oder tragischen Liebesgeschichte von der Bettka- err, vom Spieltisch stoßen?

That OKCupid datascrape…

If you have an OKCupid profile, you might want to

  1. check if your username appears in this list
  2. change your profilename, and maybe even delete the pictures from it.

Why? Because some ethically challenged and unresponsible searcher named Emil Kirkegaard just released profile data on 70,000 OkCupid users without permission. What is in that list? According to Vox.com, there are:

user names, ages, gender, religion, and personality traits, as well as answers to the personal questions the site asks to help match potential mates.

Lovely.

Why is this problematic? Personally, I’m not affected. My username isn’t in that list, and even if it were, I wouldn’t be overly concerned: I’m a straight white dude with few secrets, and those that I have wouldn’t threaten my life, my job or my relationship. But I know people who are actually on that list, and who are less than thrilled about the whole thing. Keep in mind that some folks have stalkers, who now have an easily searchable database. And some need to compartmentalize their lives, maybe because of jobs or family or whatever.

And yes, the OKCupid data was sort of semi-public. But it wasn’t in a handy freely searchable database, and it was hard to correlate that data with other sources. Now it may be much easier, creating data leaks and consequences no one could have reckoned with.

But mostly, I cannot understand how a researcher, someone who is supposed to know about data, data correllation and especially about the ethics of this science, how such a person can just willy-nilly publish such intimate data without the express consent of the people involved.

I really hope that the name Emil O. Kirkegaard really gets burned within his scientific community and that anyone who ever considers giving him a grant or research position is aware of this despicable and irresponsible behaviour. Also I hope that OKCupid will sue his ass off.

(alas, as far as I can see, they haven’t put out any message to their users, alerting them of this scraped dataset. Pity.)