Das kannste schon so machen…

shirt Zwei rollenspielspezifische Diskussionen laufen derzeit durch meine Timeline. Zum einen zur X-Card, zum anderen die Sache mit Romantik, Liebe & Sex und, daran angehangen, die zur Sprache.

Das T-Shirt an der rechten Seite dieses Textes fasst die Aussage der Diskussionsbeiträge quer über alles meiner Ansicht schön zusammen. Und genau das nervt mich daran.

Es sollte doch so langsam Konsens geben, dass es nicht „die eine korrekte“ Art von Rollenspiel gibt. Da gibt es Hilfsmittel, die für die einen ganz knorke sind, und für andere als komplett sinnbefreit angesehen werden. (Ich werde z.B. nie die Sache mit den Dicetowern nachvollziehen können.) Und das ist völlig in Ordnung. Muss ja nicht jeder das gleiche mögen, wäre ja auch langweilig.

Was mich gewaltig stört ist die Tatsache, dass das abweichende Ideen häufig genug entweder als Ausdruck einer Charakterschwäche angesehen oder einfach als grundlegend albern abgelehnt werden. Eine Aussage wie „Ich bin erwachsen und reif, und brauche das nicht“ zielt eben nicht auf einen selber, sondern auf diejenigen, die das anders sehen.

Ich bin ein großer Freund von Zaks Beiträgen. Zak schreibt sehr polemisch, aber eines macht er nie: Behaupten, dass etwas die Falsche Art von Spaß [tm] sei. Er zeigt auf, wenn jemand sich selbst widerspricht, und nennt die Leute Dummköpfe, die Meinungen als Tatsachenbehauptungen verkaufen wollen.

Und diese Tatsachenbehauptungskiste ist genau das, was in den oben genannten Diskussionen viel zu häufig passiert: „Das kannste schon so machen, aber dann isses halt Kacke.“

Statt: „dann isses halt nicht mein Ding.“

Davon ab: Ich persönlich spiele übrigens ohne X-Karten, will aber niemanden absprechen, mit diesen zu spielen. Und wenn die jemand zum Spieltisch mitbringt, dann stehe ich auch nicht sofort auf. Generell gilt: Nur weil jemand irgend etwas an den Spieltisch bringt, ist das noch lange kein Idiot. Die Frage ist, was damit und daraus gemacht wird, und wie sich die Person dabei mir gegenüber verhält.

(Übrigens: „Falsch“ Rollenzuspielen ist einfach nur eine andere Sorte von Spaß zu bevorzugen. Andere Leute pauschal abzuurteilen und auszugrenzen, oder über Versuche inklusiv zu sein einfach drüberzutrampeln (Stichwort: „Das hammer schon imma so jemacht!“) – das ist meiner Ansicht nach tatsächlich einfach nur Kacke.

Karneval – Unter Druck

Oder auch: Warum ich Rollenspielkram lieber auf Papier habe.

Es ist ja schon irgendwie seltsam. Im Büro habe ich alles Papier von meinem Schreibtisch verbannt. Zuhause muss ich meist auch immer erst suchen, bevor ich einen Zettel finde, auf dem ich kurz eine Nachricht oder ähnliches notieren kann. (Meistens schicke ich dann doch eine elektronische Mitteilung) Bücher werden auf dem Kindle gelesen.

Nur Rollenspielkram, den kaufe ich mittlerweile fast exklusiv auf Papier. Ja, natürlich habe ich auch eine umfangreiche PDF-Sammlung auf der Festplatte, viel freies Material, aber auch PDF Kopien von Spielen und Quellenbänden die als Goodie mitgeschickt wurden. Und ja, einiges habe ich auch tatsächlich direkt als PDF gekauft – und dann nie bespielt.

Nein, wenn es ums Hobby geht, dann geht bei mir tatsächlich nur Gedrucktes!

Warum das so ist kann ich gar nicht mal so genau erklären, denn es ist eine Melange von Gründen.

Zum einen liegt es daran, dass so ein Kindle für mich zwar ein hervorragendes Lesegefühl bietet, das aber eben auch nur bei Fliesstext. Sobald Bilder, Tabellen oder sonstige Layoutspielereien dabei sind, macht das alles keinen richtigen Spaß mehr. Vollformat-PDFs gehen gar nicht.

Dazu kommt, dass die meisten Rollenspiel-PDFs meist auf Druck im A4  oder Letter Format ausgerichtet sind. Das verträgt sich nicht mit kleinen schwarz-weiß e-Ink Displays und leider auch nicht mit denen von klassischen Tablets. Hat man kein hochauflösendes Großformat muss man ständig scrollen und vergrößern/verkleinern und verbringt mehr Zeit damit, die Übersicht zu behalten, als den Text zu lesen.

Selbst ausdrucken finde ich ebenso doof – da fehlt mir dann die ordentliche Bindung, mein Drucker zuhause kann kein Duplex, und verflixt, es ist extra Arbeit! Außerdem geben sich immer mehr Verlage sehr viel Mühe damit, wirklich schöne und handwerklich gelungene Totholzausgaben zu erstellen. Sowas nehme ich gerne in die Hand, schmökere darin und lasse mich inspirieren.

Zuletzt ist so ein Rollenspieltext ja ein Gebrauchsprodukt. Man muss viel hin- und herblättern, Dinge nachschlagen, will sich ohne Mühe Notizen an den Text kleben können. Und all das ist zumindest mir mit den elektronischen Methoden einfach noch nicht befriedigend gelöst.

Außerdem gebe ich am Tisch lieber mein Buch als mein Tablet aus der Hand… :)

10 things you didn’t know about rape, RPG and – ach, screw this!

A few days back, this thing made the rounds: Games sure are classy. In case you missed it, here’s the summary: Someone was selling a game module on DriveThruRPG that was named „Tournament of Rapists“. Someone else got upset about this and complained to DriveThruRPG, who… showed a remarkable inability when it comes to a) understanding the issue and b) how to handle this sort of complaint.

They got a lot of flak for this, so, after the weekend, they went into full defence mode:

Their new policy states: „If a reported title looks questionable, then we will suspend it from sale while we review its content internally, and we will speak with its publisher to determine the fate of the title on our marketplace. Our default will be to suspend titles rather than our prior default of letting titles stay public.“

They also state „We are no longer a wide-open marketplace.“

Which then made James Raggi from Lamentations of the Flame Princess fear for his income. Understandably so, as his products are quite controversial in some circles. I mean, they include walking penis demons and violence and sexual imagery. So he decided to go on a forward defence and used DriveThruRPGs messaging system (the only way to reach his customers there IIRC), to tell those who bought his stuff there how to not get screwed in the case of a pulled product.

Which in turn got someone elses panties in a bunch.

My take on this

First off: Bards and Sages Publishing is right on one thing: Pulling the Tournament of Rapists was, at that point in time, a sane thing to do for DriveThruRPG, and the wording of their policy indeed is more liberal than, say, Amazons. But the difference is that Amazon has a team that is comparatively well-schooled and professional when it comes to reacting to internet shitstorms.

DriveThruRPG has just shown that it completely fails in that regard. They completely missed the point of the initial complaint, they then tried to sorta-defend the thing, they didn’t go out and explained their points in a way that the wider audience will get that message, and then hastily set up a new policy without soothing the legitimate fears of the merchants.

And that is why James Raggi is probably right with his decision to set up precautions.

Nazis, Nippel und.. err, Facebook.

Gerade eben ging folgender Rant durch meine Timeline: Stephanie Marie von Mobilegeeks schreibt sich den Frust über all die rechten Deppen auf Facebook von der Seele – und den über Facebooks Reaktion darauf.

Facebook würde alles tun, damit Facebook ein sicherer Platz ist. Also, sicher vor nackten Brüsten und vermeintlich falschen Namen. Nicht vor gewaltbereiten Nazis und Euthanasie-Fans.

Tja, wir haben es hier mit einem klassichen Culture Clash zu tun. Und nein, damit meine ich natürlich nicht die Moschee vs Kirche Sache, die ja so vielen Dämlacken aufrichtigen Deutschen ™ so am Herzen liegt.

Sondern den Zusammenstoß zwischen den US-amerikanischen und den deutschen Anstandsbegriffen. Insbesondere dem Verhältnis zur freien Meinungsäußerung. Free Speech ist in Facebooks Herkunftsland eine heilige Kuh, während Sexualität und vor allem eben weibliche Nippel des Teufels sind. Und da Facebook natürlich die Standards des eigenen Landes für weltweit gültig erklärt, darf man sich hierzulande eben auch ungeniert als Rechten Depp outen und seinen Hass verbreiten. Solange sich das irgendwie als Meinung tarnt, wird man dort wenig bis nichts unternehmen. Schon alleine, weil der Personalbedarf für sowas (Beschwere aufnehmen, Text ansehen, reagieren, den unvermeindlichen Fallout bearbeiten) viel zu hoch ist.

Ich höre an dieser Stelle übrigens schon den Einwand: „Dann soll sich Facebook doch gefälligst endlich mal den regionalen Begebenheiten anpassen!“. Ja? Also, so rein hypothetisch, sollen die dann auch auf die Sitten und Gebräuche in z.B. Katar eingehen? Saudi Arabien? Nordkorea?

Überlegt Euch genau, was Ihr da fordert. Bis dahin bleibt: Kontra geben, solche Statements nicht unerwidert lassen, und in Deutschland strafrechtlich verfolgbare Äußerungen (konkrete Drohungen, Holocaustleugnung, Volksverhetzung) nicht Facebook sondern den zuständigen Behörden melden. Das mit der Anzeige geht übrigens ganz einfach, hier mal die Internetwache der Polizei Berlin.  (Mit https, ich bin begeistert!)