Webcomic Montag: Die Apokalypse!

Lange war es still um diese Rubrik, aber ich habe ja wieder ein wenig neues Futter für Euch!

Fangen wir so richtig romantisch an. Romantically Apocalyptic um genau zu sein. Visuell ein meiner Ansicht nach herausragender Webcomic, irgendwo zwischen gezeichnet und photorealistisch. Die Story kann ich leider nicht wiedergeben, die ist zu bizarr. Generell sehen wir die Postapokalypse, wie sie der Captain, Snippy, Pilot und Engie erleben. Wenn Ihr seltsamen Humor und die Postapokalypse mögt, werdet Ihr das hier lieben.

Schwarzhumoriger und dabei aber auch zugänglicher kommt Gone with the Blastwave daher. Wieder Postapokalypse. Hier kämpfen namen- und gesichtslose Soldaten dreier nicht wirklich definierbaren Armeen gegeneinander. Warum? Daran kann sich niemand mehr so recht erinnern. Aber seit wann hält das Leute davon ab, aufeinander zu schießen, richtig?

Warum ich immer noch Perry Rhodan lese…

Japp, genau, diese Schundheftchen, die es jede Woche am Kiosk gibt. Lese ich seit bestimmt 25 Jahren, wenn nicht schon länger. Klar, die Variationen der Handlung sind überschaubar, viele Figuren eher holzschnittartig. Und grob gesehen ist jeder Handlungsbogen gleich:

  • Eine neue Sorte Aliens taucht auf
  • diese Aliens überziehen die Galaxie mit einem Konflikt
  • Die Helden fliegen los um die Herkunft und Absichten der Aliens zu erkunden
  • Die Erkundung gelingt, allerdings nur haarscharf
  • Mit den Ergebnissen gelingt die Rettung der Menschheit oder gar des Universums in allerletzter Sekunde

Also, warum lese ich diesen „Schund“? Zum einen aus Gewohnheit. Das ist halt ein liebgewonnenes Ritual, und mein Vater freut sich immer, wenn ich ihm alle paar Monate den ausgelesenen Heftstapel gebe.

Zum anderen aber aus einem ganz anderen Grund: Diese Serie behandelt zwar oberflächlich gesehen immer wieder nur Alieninvasionen in unterschiedlichsten Varianten, darunter geht es aber um etwas anders: Ein Ringen um den, ich nenne es mal salopp „darwinistisch erfolgreichsten“ Gesellschaftsentwurf. Jeder neu auftretende oder wieder verwurstete Antagonist bringt stets eine eigene Philosophie mit.

Diese wird eigentlich immer auch aus der Innenansicht beschrieben, also sozusagen wohlwollend erklärt. Natürlich haben alle diese Invasoren auch immer etwas schurkenhaftes, schließlich soll Perry ja am Ende als strahlender Held dastehen. Aber so ganz schwarzweiß wird eben doch nicht gemalt. Und häufig genug werden Teile der Invasoren in die galaktische Gemeinschaft aufgenommen. Und diese Gemeinschaft ist äußerst vielschichtig und -seitig.

Dieser Wettstreit von Gesellschaftsentwürfen ist sicherlich nicht das Hauptthema der Serie. Aber er ist immer dabei, und das Ergebnis steht, abgesehen von einem die Serie durchdringenden Humanismus, nie so richtig fest. Es gibt wohlwollende Diktatoren, radikal-direkte Demokratien, parlamentarische Demokratien, Oligarchien, Meritokratien, Tyrannen, Völker in Symbiose, Schmarotzer, Einzelgänger, Anarchien, Gesellschaften, die auf dem Recht des Stärkeren beruhen, und und und.

Das ist es, was mich trotz aller Widrigkeiten (teilweise sind die Plots eben doch flacher als die norddeutsche Tiefebene) bei der Stange hält: Diese breite Palette an Utopien und Gesellschaftsentwürfen, gepaart mit einem humanistischen Optimismus, dass die Menschheit sich positiv weiterentwickeln kann und will.

The Apocalypse Codex: A Laundry Novel

The Apocalypse Codex von Charles Stross

The Apocalypse Codex von Charles Stross

Die Laundry Files Bücher von Charles Stross sind ja Manna vom Himmel für alle Geeks: Nerdtum meets Spionagethriller meets Cthulhu-Mythos.

Der jetzt vierte Band der Reihe rund um den Nerd/Agenten Bob Howard hat weniger Bürokratiewahn, dafür mehr CASE GOD RAINBOW. Dass es um die Verwicklungen rund um eine radikal-christliche Megachurch geht macht es nur um so unterhaltsamer..

Share or Die: Voices of the Get Lost Generation

Share Or Die: Voices of the Get Lost Generation ist eine schöne Sammlung von Essays und Berichten, in denen Junge Leute [tm] ihre Sicht auf die Welt und ihre Erlebnisse in prekären aber häufig gleichzeitig erfüllenden Berufen schildern. Ein Buch, dass man Schulabgängern in die Hand drücken kann, und sie damit auf die Schrecken der modernen Arbeitswelt vorbereitet – und ihnen aufzeigt, wie sie sich davon befreien könnten.

Nicht alle Essays darin sind gleich gut, aber der Erkenntnisgewinn überwiegt.