Doppelte Standards bei Eric Schmidt

Google zu verdächtigen, schlimme Dinge zu tun ist ja schon ein gut gepflegtes Ritual. Manchmal werden sie auch verteidigt, manchmal einfach nur indifferent behandelt. Ich persönlich nutze ja einen guten Teil ihrer Dienste gerne. Da schmerzt es mich dann aber doch, wenn deren CEO Eric Schmidt gleichzeitig so dumme und unreflektierte Aussagen macht:

If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.

Damit stellt er sich in eine Linie mit allen Überwachungsfreunden und Bürgerrechtsvernichtern unserer Zeit, schade eigentlich. Und genau wie zu Wolfgang „wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten“ Schäuble, der gleichzeitig nach wie vor keinerlei konkrete Aussage über die Parteispendenaffäre macht, kann ich auch Eric Schmidt gegenüber keinerlei Respekt mehr haben: 2006 belegte er CNet mit einem einjährigen Interviewbann, nur weil diese die über Google frei verfügbaren Informationen zusammentrugen und veröffentlichten. Darin enthalten: Fakten über sein Einkommen, sein Haus, seine Parteispenden und Hobbies.

Pfui, für solche Doppelzüngigkeit! Zum Glück findet Bruce Schneier wie üblich die richtigen, sachlichen Worte.

Quelle: BoingBoing & Gawker

Ein Gedanke zu „Doppelte Standards bei Eric Schmidt

  1. ABER!
    „Wer nichts zu verbergen hat…“(A) und „If you have something…“(B) haben grundsätzlich unterschiedliche Aussagen.
    A sagt aus, dass ein staatstreuer Bürger nichts gegen Überwachung haben kann, weil ihm ja nichts passieren kann.
    B sagt aus, dass der eigene Wunsch nach Schutz mit in die Waagschale der moralischen Bewertung geworfen werden sollte. BZw. wenn ich nicht zu einer Sache stehen kann, ist das eventuell nichts für mich.

    Dass beide Aussagen falsch sind, steht ja gar nicht zur Debatte, aber sie haben grundlegend anderes Kaliber.

    Natürlich geht es keinen Menschen etwas an, wann ich meine Brötchen kaufe und welche Sorte ich gern mag. Grundsätzlich ist aber das Schutzbedürfnis bzgl. dieser Information geringer als bzgl. meiner Vorliebe für z. B. Bondage im Stadtpark.

    B. will eben sagen, dass wenn ich schon Bondage im Stadtpark mache, dann sollte ich es auch erhobenen Kopfes tun und mich nicht hinter Datenschutz verstecken. B tastet die Institution des Datenschutzes als solches jedoch nicht an.
    A. stellt den Datenschutz als solches komplett in Frage. Daher wird ja auch gern als zweiter Satz ein „Datenschutz darf nicht Täterschutz sein“ hinterher geworfen.

    Jupp… ich könnte solchen Typen auch den ganzen Tag den Hintern versohlen… vielleicht ja nächstes mal im Stadtpark? ;))

    Letzlich bleibt alles Interpretation, aber ich finde unsere Menschenrechtsverletzung on Wheels mit weitem Abstand schlimmer, als den Erich… ähh.. Eric

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.