Piratenbräute…

Markus Kompa hat es gleichzeitig verstanden und nicht verstanden:

 Wenn also bei den Piraten absehbar keine Quote kommen wird, stellt sich die Frage nach Alternativen, um Bewerberinnen zu ermutigen. Mit welchen anderen Maßnahmen ein frauenfreundlicheres Klima erzeugt werden könnte, weiß ich leider auch nicht.

Die Frauenquote ist, wie er ganz richtig erkennt, ein Mittel ein frauenfreundliches Klima zu schaffen. Und dagegen verwehren sich viele Piraten vollkommen zurecht. Denn es geht nicht darum, ein <hier beliebiges Merkmal einsetzen>-freundliches Klima zu schaffen, sondern ein Klima zu schaffen, in dem sich keine Gruppe über Gebühr benachteiligt fühlen muss.

Das ist es denn auch, was ich mit „hat es verstanden“ meine, den er setzt folgenden Satz direkt hinter die obige Aussage:

Man könnte aber wenigstens die hausgemachten Probleme angehen und auf Entgleisungen, wie man sie bisweilen leider beobachten muss, sensibler und entschiedener reagieren.

Genau. Wir müssen auf die Einzelfälle reagieren und Leuten, die andere ausgrenzen oder niedermachen wollen entschieden entgegentreten. Da bin ich sofort für. Aber pauschal die paar die in unserer Partei gar nicht mal so wenig vorhandenen Frauen in den Vordergrund zu schieben, nur damit die über das Vehikel Posten besser sichtbar sind, das hilft niemanden auf Dauer.

2 Gedanken zu „Piratenbräute…

  1. Du hast es nicht verstanden.

    Es geht nicht darum, eine vorhandene Minderheit in den Vordergrund zu schieben, sondern die Tatsache der Minderheit ist das Problem. Innerhalb der Partei wird die aus 50% Frauen bestehende Gesellschaft unterrepräsentiert.

  2. Die Piratenpartei hat nie und wird wohl auch nie für sich in Anspruch nehmen können, die gesamte Gesellschaft zu repräsentieren. Schon gar nicht über irgendwelche Vorstands‐ oder sonstigen Posten. Deswegen streben wir bei Wahlen derzeit auch eher so 10% statt 100% an.

    Insofern ist die Zielsetzung („muss repräsentieren“) schon falsch definiert.

    Und selbst wenn ich den (im Grunde ja sehr erstrebenswerten) Ansatz „die Mitgliederbasis der Piratenpartei soll die Gesellschaft als ganzes in seiner Zusammensetzung repräsentieren“ verfolgen möchte — dann helfe ich dem mit einer erzwungenen Quote bei der Besetzung von Ämtern auch nicht. Insbesondere nicht bei einer Partei, in der Entscheidungen gerade eben kaum bis gar nicht von eben diesen Vorstandsämtern getroffen werden.

    Deswegen wehre ich mich gegen die Quote. Ich wehre mich übrigens überhaupt nicht gegen Diskussionen darüber, wie man die Piratenpartei für Menschen attraktiver macht, die diese bislang vielleicht noch nicht als so attraktiv empfunden haben, dennoch aber Teil unserer Zielgruppe sind. Aber „haben keine Quote, also frauenfeindliches Umfeld“ ist, wie gerade und schon vorher beschrieben, zu kurz gedacht.

    Vorschläge für einen höheren Frauenanteil in der Partei? Immer her damit!

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