Urheberrecht und Wahlspots — man lernt nie aus.

Im Juli hab ich ja schonmal einen Werbespot für die Piratenpartei verlinkt. Genau der hat dann auch (kaum überraschend) den Piratenspot-Wettbewerb gewonnen. Da gibt es zwar mittlerweile einen Spot, den ich persönlich massenkompatibler finde, aber das tut der Qualität des Siegers ja keinen Abbruch.

Was allerdings nicht ganz unwichtig sein könnte, sind die potentiellen Urheberrechtskopfschmerzen mit der Hintergrundmusik des Siegerspots. Die besteht nämlich zum Großteil aus neu abgemischten Samples aus Mary Poppins. Das ist ziemlich gut gemacht, mir fiel das gar nicht auf, obwohl mir die Kinderstimmen irgendwie bekannt vorkamen.

Insofern belegt der Spot eindrucksvoll, daß Remixe tatsächlich eine kulturelle Neuschöpfung sein könnten, und hier das (deutsche) Urheberrecht doch bitte nicht so streng sein sollte. Andererseits bewegt sich die Piratenpartei unter Umständen tatsächlich auf rechtlich dünnem Eis: In Australien (dem Wohnsitz von Pogo, von dem die Musik stammt) sind solche Remixes komplett legal, in Deutschland ist das anscheinend noch etwas unklar.

Christopher, der Macher des Piratenspots hat im Vorwege soweit es möglich ist alle Lizenzfragen geklärt, wirklich hervorragende Arbeit. Ich persönlich halte die Verwendung sowieso für zumindest moralisch einwandfrei. Aber es zeigt eben auch deutlich, auf was für dünnem Eis sich alle Kulturschaffenden momentan wirklich bewegen.

MC Winkel abgemahnt?!

MC Winkel ist jetzt anscheinend auch im Club der Abgemahnten angekommen: Karl-Heinz Schwensen, in Hamburg besser bekannt als … err … nein, das schreibe ich jetzt mal lieber nicht. Schaut auf Karl-Heinz seiner MySpace Seite nach.

Das Unfassbare daran ist für mich, daß es hier um einen sehr sehr langjährigen Spitznamen für den guten Karl‐Heinz geht. Einen Namen der x mal in den Medien verwendet worden ist. Mich täte interessieren: Womit wurde die Abmahnung begründet? Ist das eine Marke? Eine Verunglimpfung?

Winkelsen, damit kommen die sicher nicht durch, such Dir einen Anwalt!

Schmerzhafte Erfahrungen…

…macht wohl eine bestimmte NGO-Organisation. Welcher Art? Die, daß soziale Netzwerke schneller geknüpft sind, und härter durchgreifen können als man „Abmahnung“ sagen kann.

Was ist passiert? Nun, der geneigte Leser mag bitte mal die derzeitigen "Top Searches" bei Technorati durchsuchen; andere haben das ganze wesentlich ausführlicher zusammengefasst als ich es je könnte. Ganz grob gesagt: Firma‐mit‐Geld fühlt sich von Arme-Bloggerin schlecht dargestellt. Firma‐mit‐Geld packt gleich die ganz große Keule aus, um besagter Bloggerin eins aufs Dach zu geben, die wird sich schon nicht wehren. Versucht Arme‐Bloggerin auch gar nicht erst, aber sie erzählt ihren Freunden davon. Und die wiederum machen die ganz große Welle.

Ergebnis: Böse Anwaltsbriefe, ein wohl komplett versautes Image von Firma‐mit‐Geld, und wahrscheinlich noch eine Strafanzeige wegen übler Nachrede oder so gegen den Anwalt von Firma‐mit‐Geld. Autsch.

Wenn das jetzt allen Übeln widerfährt, die „Die da oben“ uns bescheren, wandere ich vielleicht doch nicht aus.