Kampagnenlog – Ausdauer

Meine Spieler hat ja mittlerweile schon sechs Sessions auf dem von Untoten gekaperten Handelsriesen “Wellenschlag” verbracht, und dennoch nicht einmal die Hälfte der schwimmenden Stadt erkundet. Allerdings haben sie diverse wundersame und furchterregende Dinge entdeckt. Dazu kommt, dass die Helden mit ihren Aktionen auch teilweise schon erhebliche Veränderungen in der Plotmaschine ausgelöst haben. Die Auswirkungen sind für sie zwar noch nicht deutlich wahrnehmbar, aber sie sind da.

In Nachbetrachtung finde ich es sehr spannend, dass die Kampagne sich ganz anders entwickelt hat, als ich zuerst geplant habe: Eigentlich wollte ich ursprünglich das Konzept von Stargate:Universe klauenübernehmen. Die Wellenschlag sollte sich als unheimliche aber einzig verfügbare Basis der Charaktere präsentieren und sie dabei ständig zu anderen Handlungsorten bringen. Gleichzeitig würden sie das Schiff und seine Bewohner immer mehr kennenlernen und darüber irgendwann das Kampagnenziel erreichen.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Die See der Tausend Inseln an sich spielt in der Kampagne nun doch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die Einwohner der Inseln müssen beschützt werden, und die Inseln sind ein Ressourcenpool, das war es aber auch schon grob. Stattdessen ist die “Wellenschlag” das Kerninteresse der Gruppe.

Diese eine schwimmende Stadt ist für mich hier Fluch und Segen zugleich. Sie ist ja nicht einfach ein  klassisches Dungeon durch das die Charaktere sich durcharbeiten, sondern eher ein großes Puzzle. An allen Ecken und Kanten stoßen die Charaktere auf Dinge, die sie erst einmal gar nicht verstehen können. Und aus meinen eigenen Erfahrungen auf der anderen Seite des Spielleiterschirms weiß ich, dass ein Zuviel an solch unverständlichen Dingen frustrieren kann.

Leider bin ich als Spielleiter nie genau, wo dieses Zuviel liegt. Zum Glück wurde mir bislang versichert, dass es bislang überhaupt nicht langweilig sei. Alles in allem bin ich also recht zufrieden, muss mich aber immer wieder arg zurückhalten, um nicht einfach die Hintergründe per Infodump an die Spieler zu verraten – schließlich sollen sie diese ja selbst zusammenpuzzeln. Wieso findet sich stets überall ein Amalgam aus elbischen, cibolanischen und Hexerrunen? Warum tut der Oberhexer Staubflügel was er tut? Und wo sind die mehreren tausend Elben geblieben?

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