Simple Freuden des Geschäftsreisenden

Aus der Kategorie „Dinge, die ich mir sonst kaum gönne“: Salt & Vinegar Chips und Eistee aus der Dose. Früher habe ich mir beides ja sehr regelmäßig gekauft. Von dem Eistee lagen ganze Paletten im Kühlschrank. Die Chips habe ich vor langer Zeit mal zugunsten weiblicher Gesellschaft aufgegeben („Das stinkt eklig“), die Eisteedosen sind seinerzeit dem Dosenpfand zum Opfer gefallen (Sammelt Ihr mal eine ganze Palette Dosen zuhause, und sortiert dann noch die entspr. Kassenbons dazu).

Doch das Hotel in Wiesbaden hat ja so einen schicken Automaten am Empfang. Sozusagen statt Minibar im Zimmer. Und der ist eine veritable Wundertüte ungesunder aber schöner Dinge. Seltene Cola‐Sorten, kuriose Chips in kleinen Päckchen, etcpp.

So habe ich mir dann gestern ein schönen Abendsnack bestehend aus den Lastern meiner Studentenzeit gegönnt. Lecker!

Alleine in Wiesbaden

Seit einigen Wochen hält mich der Job ja in Wiesbaden fest. Nun ist das hier zwar Hessens Landeshauptstadt, und versucht daher etwas weltstädtisch daherzukommen, allerdings will das nicht so recht gelingen.

Zu Wiesbadens Verteidigung: Bisher war ich in einem kleinem (winzigen) Gästehaus mit angeschlossener Kegelbahn in den Randbezirken untergebracht. Da ist natürlich schon von vornherein nicht so viel zu holen. Vom Rentnerpublikum mal ganz abgesehen.

Inzwischen habe ich ein deutlich hübscheres Zimmer in einem wesentlich modernerem Haus, dem Town Hotel. Ungern mache ich Werbung, aber hier fühle ich mich dann doch deutlich wohler — zumal es freies Internet auf den Zimmern gibt, immer ein Bonuspunkt.

Leider gibt es hier wiederum keine direkt angeschlossene Gastronomie für das Abendessen, also fragte ich das entzückende Wesen an der Rezeption um Rat. Flugs empfahl sie mir einige Lokalitäten in der Innenstadt, also in direkter Nähe. Meine Wahl fiel auf ein syrisches Spezialitätenhaus, liebe ich doch die Mazza‐Platten besonders. Dank guter Wegbeschreibung fand ich die angepriesenen („wirklich lecker, obwohl das Dekor ein wenig ‚old school‘ ist“) Laden sehr schnell. Den leicht schwefelig riechenden und vor sich hin dampfenden Brunnen auf dem Platz davor nahm ich zur Kenntnis, beschloss ihn aber als lokale Sehenswürdigkeit nicht weiter zu beachten.

Mehr Beachtung fand die aushängende Speisekarte des Syrers. Hmm.. Mazza Grande, Mazza Royal.… leider beide teuer, und, viel schlimmer: Erst ab 2 Personen.

Vielleicht hätte ich das entzückende Wesen einfach fragen sollen, ob sie mitkommt… Aber wer sagt schon „old school“ und darf damit durchkommen?

Der Döner den ich dann am Ende (alleine) gegessen habe war übrigens auch ganz lecker. Und kostete nur ein Zehntel :)

Vermisst: Simon

Er ist wahrscheinlich da, wo sich üblicherweise die Punks treffen und sucht Anschluss.“

Das beschreibt, wo Sopran ihren 15 Jahre alten Sohn vermutet. Der anscheinend mit Ska‐ und Antifascho‐Aufnähern (sympathisch eigentlich) mal einfach nach Berlin aufgebrochen ist. Ausgerissen? Spontan verreist? Man weiss es nicht. Allerdings macht sich Sopran Sorgen, nicht zuletzt weil

Simon nicht sehr gefahrenbewusst ist. Vorsichtig ausgedrückt. Und halt doch gerade erst 15 geworden.“

In den Kommentaren wird Sopran anonym durch die Blume vorgeworfen, dass Simon vielleicht zu Recht abgehauen ist. Natürlich kann das sein, allerdings finde ich es etwas, naja, gewagt, sowas einfach mal vorzuwerfen.

Natürlich ist das möglich. Ich kenne mehr als einen Fall von „weggelaufenem Kind“, wo ich das auch für richtig halten würde. Aber das einer völlig Fremden vorzuwerfen…

Simon, wenn Du das hier liest, und dabei feststellst, dass Du langsam aber sicher in der Blogosphäre berühmt wirst, frag den Blogger Deines Vertrauens doch, eine Darstellung Deiner Sicht kundzutun. Oh, und pass auf Dich auf. Punks sind meistens nett, aber Assis gibts halt doch überall. Und kurz ein „bin da, bin sicher“ an die Heimat hilft bestimmt auch!

Berlin, Berlin, wir wählen in Berlin!

ok, ich nicht. Aber die Berliner werden das wohl demnächst tun, zumindest suggerieren das die vielen Plakate die dort überall hängen. Eines hat uns besonders bedrückteindruckt, das von der CDU. Polemischer geht es wohl nicht. Es ist wirklich eine Schande, wie blinde Panikmache ein sinnvolles Wahlprogramm ersetzen soll. Zu Schade, dass ich nicht in Berlin wählen gehen kann, schon alleine, um der CDU dafür eine Ohrfeige zu geben.

Wenigstens sind die vermummten Gestalten keine offensichtlichen Ausländer. Zum Bild fiel uns übrigens nur „und Schwarz schaut zu?“ ein…