und wieder einmal mißverstanden

Ach, Politikerinterviews:

Oppermann: Die Piratenpartei wird eine vorübergehende Erscheinung sein. Das Internet gehört allen und wir werden es nicht zulassen, dass es sich eine kleine Minderheit aneignet und selbst die Regeln bestimmen möchte. Ich finde die Piratenpartei intolerant.

Ja, natürlich sind wir intolerant, was Zensur, exzessive Überwachung und der Aushöhlung von Grundrechten im Allgemeinen angeht. Ich frage mich, warum Herr Oppermann da so tolerant ist. Aber SpOn hakt ja zum Glück nach:

SPIEGEL ONLINE: Warum?

Oppermann: Sie plädieren für die Freiheit des Internets, aber immer dann, wenn jemand Regeln fordert, reagieren sie unduldsam und empfindlich. Ein anderes Beispiel: Downloads von Musik und Literatur. Die Piraten tun immer so, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, sich im Internet das anzueignen, was andere erarbeitet haben – ohne entsprechendes Entgelt zu leisten. Das ist kriminell und unsozial. Da muss man mit der Internetcommunity offensiv diskutieren.

Die Piratenpartei hat nichts gegen Regeln an sich. Wir haben etwas gegen dumme Regeln, oder Leute die behaupten, es gäbe keine, wenn das Internet doch voll von ihnen ist. Im Übrigen zitiere ich mal aus einer Einladung zum Piratencamp im September. Diese ging übrigens an Musiker, Musikverlage und Konzertveranstalter:

Das Urheberrechts und dessen Verwertungsmethoden wollen wir nicht abschaffen sondern gründlich renovieren.

Dies darf natürlich nicht einseitig aus Sicht der „Konsumenten“ stattfinden. Wir möchten auch Musiker, Musikverlage, Konzertveranstalter und alle anderen die von Unterhaltung leben zur Mitarbeit auffordern.

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